Straubings haukeland schreibt geschichte: bronze für norwegen nach kanada-krimi
46 Schüsse feuerte Kanadas Superstar-Ensemble um Sidney Crosby ab – und scheiterte immer wieder an der Reflexwand namens Henrik Haukeland. Der 31-jährige DEL-Keeper der Straubing Tigers riss sein Heimatland Norwegen in Zürich aus jahrzehntelanger Medaillenlosigkeit und besiegelte mit drei Paraden in Serie im Penalty-Krimi das 3:2 nach Verlängerung gegen den Rekordweltmeister. Erstmals überhaupt darf Norwegen Eishockey-WM-Bronze um den Hals hängen.
Wie ein außenseiter die herzen erobert
Vor zwölf Monaten noch standen die Norweger mit vier Punkten aus sieben Spielen am Abgrund. Jetzt? Sie feiern vor 10.000 mitgereisten Fans auf dem Münsterhof. Der Weg war so unwahrscheinlich wie der Mann, der ihn ebnete. Haukeland kam nach Straubings stärkster Hauptrunde aller Zeiten (101 Punkte) direkt ins WM-Camp – und machte aus Außenseitern Außenseiter-Killer.
Im Viertelfinale stoppte er Schweden mit 37 Saves, im Halbfinale hielt er gegen die USA-Youngsters einen Shutout in den letzten 40 Minuten fest. Das Finale gegen Kanada war dann purer Box-Office: Pettersen und Solberg trafen früh, Thomas glich 66 Sekunden vor Schluss aus – und Steen schoss in der 64. Minute die Bronzescheibe nach Hause.

Straubing wartet auf den heimkehrer
Zurück in Niederbayern wartet schon der Straubing-Keeper-Cult: Fans haben vor der Arena ein riesiges Torwartschläger-Bildnis aufgestellt – verziert mit der Aufschrift „Haukeland – Bronzeheld“. Sportchef Stefan Zisser schmunzelt: „Er feiert Tore, indem er den Schläger auf der Nase balanciert. Jetzt balanciert er eine ganze Nation auf der Schulter.“
Die Saison 2026/27 startet in acht Wochen. Haukeland genießt derzeit seine Auszeit in der Heimat, doch eines steht fest: Die Tigers haben nicht nur einen Torhüter, sondern ein psycho-logisches Kraftpaket zurück, das weiß, wie man Rekordchampions entzaubert. Norwegen jubelt, Kanada staunt – und Straubing träumt laut vom Playoff-Endspiel.
