Stiller trifft, doch der treffer zählt nicht: stuttgart kassiert doppelschlag und liegt gegen porto zurück

Der Traum vom Viertelfinale wurde schon vor dem Halbzeitpfiff zum Albtraum. Nach sieben Minuten mit zwei Gegentoren in Serie schaukelt der VfB Stuttgart eine 1:2-Heimpleite gegen den FC Porto ein und muss nun in der Estádio do Dragão alles riskieren, um die 28-jährige Trophäen-Dürre in Europa zu beenden.

Porto bestraft stuttgarts fehlstart gnadenlos

60 000 Leute im Neckarstadion, 60 000 Stimmen im Hals – und nach 27 Minuten kein Laut mehr. Terem Moffi schob nach William Gomes’ Lattenkracher ein, Rodrigo Mora vollendete die Schwächephase der Schwaben mit dem 0:2. Was folgte, war ein Bilderbuch-Beispiel dafür, wie schnell europäische Konkurrenz blutet: Stuttgart wirkte wie betäubt, die Abwehr wie ein offenes Tor, und nur Deniz Undav hielt die Hoffnung mit seinem sehenswerten Anschlusstreffer kurz vor der Pause am Leben.

Die zweite Hälfte? Ein einziges Aufbäumen. Angelo Stiller dachte 70 Minuten lang, er hätte den Ausgleich erzielt, doch die Linie zog Abseits – eine Entscheidung, die die Partie endgültig auf Porto-Kurs lenkte. Die Portugiesen verwalteten das Resultat mit kaltem Blick und ließen beim Konter stets den nächsten Stich offen. Stuttgart rannte, vergab, verpasste – und steht nun mit dem Rücken zur Wand.

Hoeneß’ warnung wurde zur bitteren wahrheit

Hoeneß’ warnung wurde zur bitteren wahrheit

Kein Trainer redet sich Europapokal schön, schon gar nicht Sebastian Hoeneß. „Das ist ein Achtelfinale-Gegner, der auch in der Champions League stehen könnte“, hatte er vorab gesagt. Seine Mannschaft musste es auf dem Rasen erfahren: Zu viel Ballverlust im Aufbau, zu viel Hektik nach dem ersten Gegentreffer, zu wenig Durchschlagskraft vor dem Tor. Die Zahlen sind vernichtend: Kein einziger Schuss aufs Tor in der ersten halben Stunde, dafür zwei Gegentore innerhalb von 302 Sekunden.

Jetzt heißt es Packen für Porto. Rückspiel am Donnerstag, 19. März, 21 Uhr. Wer dort nicht gewinnt, fliegt raus – einfache Rechnung, harte Realität. Der VfB muss in der Lusitania mindestens zwei Tore erzielen, um die K.o.-Runde noch zu erreichen. Eine Aufgabe, die an die Helden der UEFA-Cup-Sieger-Saison 1992 erinnert, doch diesmal steht kein Jürgen Klinsmann auf dem Platz, sondern eine junge Truppe, die beweisen muss, dass sie auch unter Druck nicht den Faden verliert.

Die Saison ist noch lang, aber die Europareise droht, schon im März zu enden. Für Stuttgart bleibt nur ein Gedanke: In der Dragão-Arena muss das Feuer brennen, das im Hinspiel nach 15 Minuten erlosch. Sonst wird aus dem Traum vom Viertelfinale nur ein Erinnerungsfetzen an eine Nacht, in der alles schiefging – bis auf Undavs Schuss, der nur das Netz, nicht aber das Resultat zerriss.