Stephan embacher rast in den ösv-adel: flug-sensation endlich im nationalteam
Es war nur eine Frage der Zeit – und die ist jetzt gekommen. Nach seinem spektakulären Skiflug-Sieg in Vikersund und Olympia-Gold im Super-Team hat der 20-jährige Stephan Embacher den Sprung ins Nationalteam geschafft. Österreichs Skispringen bekommt ein neues Gesicht.
Warum embachers beförderung trotzdem überrascht
Die Zahlen lügen nicht: Embacher flog in der vergangenen Saison auf der Großschanze so weit, dass selbst die alten Hasen im Weltcup die Luft anhielten. Dass er trotzdem erst jetzt die Lizenz für das höchste ÖSV-Kabinett bekommt, verwundert selbst Insider. „Im A-Kader hat er sich längst ausgedient“, sagt ein Trainer, der anonym bleiben will. Offenbar wollte man ihn nicht überstürzt verbrennen – ein Manöver, das sich angesichts seines Tempos als überflüssig erweist.
ÖSV-Sportdirektor Mario Stecher nennt die Nominierung „Startschruss in eine neue Ära“. Gemeint ist damit mehr als nur ein Kaderwechsel. Mit 350 Athleten in vier Hierarchie-Ebenen stemmt sich der Verband gegen den Generationswechsel, der nach Olympia 2026 unvermeidlich wurde. Zehn Namen sind neu im Nationalteam, darunter neben Embacher auch Langläufer Benjamin Moser und Snowboarder Christoph Karner. Wer rausflog, ist kein Geheimnis: Abstieg für Max Franz und Otmar Striedinger – zwei Alpin-Größen, die sich jetzt selbst um Flug und Hotel kümmern müssen.

Das alter spielt keine rolle – außer bei den papieren
Die Spannweite im ÖSV-Kader ist atemberaubend: Jüngster Neuzugang ist die 15-jährige Skispringerin Amy Dögl, älteste Aktive die 52-jährige Snowboard-Legende Claudia Riegler. 37 Jahre Differenz – ein Unterschied, der in keinem anderen Verband der Welt so deutlich ist. Stecher nennt es „lebendige Tradition“, Kritiker sprechen von „Alters-Wirrwarr“. Fakt ist: Wer Leistung bringt, bekommt ein Ticket – unabhängig vom Geburtsjahr.
Für Embacher bedeutet der Aufstieg mehr als nur eine neue Trainingsgruppe. Mit dem Nationalteam kommt ein Budget, das Sponsoren-Engagements ergänzt; dazu medizinische Betreuung auf Weltniveau und die Möglichkeit, sich auf die Flug-Schanzen der Welt vorzubereiten, ohne selbst zu zahlen. Kurz: Er springt jetzt auf Kosten des Staates – und die Erwartungshaltung wächst im selben Maß.
Die Saison 2026/27 wird die erste, in der Embacher als fixer Weltcup-Stammstarter gilt. Der Kalender führt die Tour im Dezember nach Sapporo, im Januar auf die Kulm-Schanze und im März zurück nach Vikersund – jene Arena, in der er im vergangenen Winter bewies, dass er nicht nur fliegen, sondern auch landen kann. Gold im Super-Team war der Auftakt, jetzt folgt der Solo-Auftritt.
Österreichs Skispringen hat seinen neuen Helden. Ob er die Last trägt, wird sich zeigen. Die Zeit der Ausreden ist vorbei.
