Stéphan: der mann, der deschamps zum wm-triumph führen könnte
Boston – Hinter den Kulissen der französischen Nationalmannschaft scheint ein unbesungener Held zu wirken: Guy Stéphan. Während Didier Deschamps die Schlagzeilen beherrscht, könnte Stéphan, sein langjähriger Assistent, mit seinem Senegal-Wissen den entscheidenden Vorteil im ersten WM-Spiel liefern. Ein Detail, das viele übersehen, könnte für Frankreich von immenser Bedeutung sein.
Von dakar zurück nach paris: eine ungewöhnliche expertise
Stéphans Verbindung zum Senegal ist mehr als nur eine Episode in seiner Trainerkarriere. Zwischen 2003 und 2005 war er Nationaltrainer der „Leones de la Teranga“, wie die senegalesische Nationalmannschaft genannt wird. Auch wenn seine Amtszeit nicht von herausragenden Erfolgen geprägt war, so hat er doch die Kultur des Landes kennengelernt und Kontakte zu Spielern und Funktionären gepflegt, die bis heute bestehen. Diese Kenntnisse könnten Deschamps im bevorstehenden Duell gegen Senegal von unschätzbarem Wert sein – insbesondere, um die mentalen Stärken und Schwächen des Gegners zu verstehen.
Die Nachfolge von Bruno Metsu anzutreten, dem Mann, der Senegal sensationell zur WM 2002 und zum Afrika-Cup-Finale geführt hatte, war eine schwere Bürde. Die Erwartungen waren enorm, die Aufgabe fast unmöglich. Die damalige Führung suchte gezielt einen französischen Trainer, der Erfahrung auf höchstem Niveau mitbrachte und die junge, international aufstrebende Generation führen konnte. Stéphan schien der ideale Kandidat, doch die Realität sah anders aus.

Ein spaltenteam voller stars und egos
Der senegalesische Kader wimmelte damals von Individualisten und etablierten Stars. El Hadji Diouf, zweifacher Afrikas Fußballer des Jahres, dominierte das Rampenlicht, unterstützt von Spielern wie Aliou Cissé (heute selbst erfolgreicher Nationaltrainer), Henri Camara, Khalilou Fadiga und Papa Bouba Diop, dessen Tor im WM-Spiel 2002 gegen Frankreich in die Geschichte einging. Die Frage war nicht, ob Talent vorhanden war, sondern wie man es zu einem funktionierenden Team formen konnte.
Obwohl sich Senegal unter Stéphan für den Afrika-Cup 2004 qualifizierte, scheiterte man dort in den Viertelfinals an den Gastgebern. Die Fans waren enttäuscht, und Stéphan wurde für seine Leistungen kritisiert. Seine Zeit in Senegal endete im Juni 2005 nach einem enttäuschenden 2:2 gegen Togo in den WM-Qualifikationsspielen. Die Bilanz war zwar respektabel – 27 Spiele, wenige Niederlagen – doch der Eindruck blieb, dass Stéphan das Erbe von Metsu nicht fortsetzen konnte.
Doch das Blatt sollte sich wenden. 2012 fand Stéphan in Deschamps seinen idealen Partner. Die beiden bildeten ein unschlagbares Team, das Frankreich zu zahlreichen Erfolgen führte. Die Rolle des Co-Trainers passte Stéphan perfekt, und er schien seine frühere Ambition, alleiniger Cheftrainer zu sein, hinter sich gelassen zu haben.
Nun könnte sich diese Erfahrung auszahlen. Deschamps kann sich auf seine taktischen Feinheiten konzentrieren, während Stéphan mit seinem Wissen über senegalesische Spielkultur und Mentalität für zusätzliche Informationen sorgt. Ein entscheidender Vorteil, der Frankreich einen erfolgreichen Start in die WM ermöglichen könnte. Es bleibt abzuwarten, ob Stéphan im Schatten seines Chefs seinen Beitrag zum französischen Triumph leisten kann.
