Stellantis-plan: zweifel bleiben an der zukunft von cassino
Rom – Die Zukunft des Automobilwerks Cassino hängt weiterhin in der Schwebe. Nach einem angespannten Treffen zwischen Stellantis-Vertretern und den Gewerkschaften bleiben ernsthafte Bedenken hinsichtlich der Produktionspläne und der Arbeitsplatzsicherheit bestehen. Während Stellantis Investitionen und eine Stabilisierung des Werks zusichert, fordern die Gewerkschaften konkrete Zusagen und eine klare Perspektive.
Einigung und offene fragen im stellantis-plan
Emanuele Cappellano, der Europa-Verantwortliche von Stellantis, präsentierte den Gewerkschaften die Eckpunkte des sogenannten „Fastlane“-Plans, der bis 2030 über 60 Milliarden Euro in globale Investitionen vorsieht. Ein Großteil dieser Summe – etwa 40 Prozent – soll in Europa fließen, mit dem Ziel, die regionalen Umsätze um 15 Prozent zu steigern. Stellantis betont, dass Italien dabei eine zentrale Rolle spielen soll. Die Gewerkschaften begrüßen die Investitionsbereitschaft grundsätzlich, sehen aber weiterhin erhebliche Unsicherheiten.
„Der Plan bringt das Unternehmen zurück auf die Bodenrealität“, kommentierte die Uilm. Die Fiom hingegen äußerte, dass „Zweifel und Kritikpunkte“ weiterhin bestehen. Ein besonderes Problemfeld ist das Werk Cassino, dessen Zukunft stark von den Entscheidungen bezüglich Maserati und Alfa Romeo abhängt. Die Produktionszahlen in Cassino sind dieses Jahr bereits dramatisch gesunken – lediglich 24 Arbeitstage wurden bisher verzeichnet, was laut Davide Sperti, dem neuen Sekretär der Uilm, „nicht tolerierbar“ ist.

Spezialisierung der standorte und fokus auf elektromobilität
Cappellano skizzierte eine Strategie der Spezialisierung für die italienischen Standorte. Pomigliano soll sich auf „erschwingliche Elektromobilität“ konzentrieren, Mirafiori auf die Produktion des Fiat 500 Hybrid und Elektro, Atessa auf Nutzfahrzeuge und Melfi, Modena und Cassino auf Fahrzeuge der mittleren und oberen Preisklassen. Bis 2028 sind für Pomigliano zwei neue Elektroautos geplant, während Mirafiori als Produktionsstandort für den Fiat 500 weiter gestärkt wird. Auch in Melfi sind vier Modelle vorgesehen und in Atessa werden Investitionen in Elektro-Transporter getätigt.
Die Gewerkschaften fordern nun rasche Umsetzung und konkrete Produktionszahlen, um die Zusagen von Stellantis in die Tat umzusetzen. Die Situation in Cassino bleibt jedoch die größte Herausforderung. Samuele Lodi von der Fiom betonte, dass die „Zweifel und Kritikpunkte“ des ursprünglichen Plans vom 22. Mai weiterhin bestehen und eine substanzielle Veränderung für Cassino erst im Dezember erwartet wird.
Die Debatte um die Zukunft der italienischen Automobilindustrie ist damit noch lange nicht abgeschlossen. Es bleibt abzuwarten, ob Stellantis in der Lage sein wird, die versprochenen Investitionen umzusetzen und die Arbeitsplätze in den italienischen Werken zu sichern.
