Nielsen sticht wieder als albtraum für deutsche handballer!
Köln – Die Füchse Berlin hatten das Champions-League-Finale fest im Griff, doch Emil Nielsen hatte erneut andere Pläne. Der dänische Torwart-Virtuose führte seinen FC Barcelona zu einem 37:34-Sieg und zerstörte damit den Traum der Berliner vom ersten Titelgewinn in der Königsklasse. Ein bitteres Déjà-vu für die deutsche Handball-Szene, die Nielsen schon bei zahlreichen internationalen Duellen als unüberwindbare Hürde erleben musste.

Der mann, der gidsel ins grübeln bringt
Es war nicht nur der Sieg, sondern die Art und Weise, wie Barcelona die Partie kontrollierte, die beeindruckte. Und im Zentrum stand einmal mehr Emil Nielsen. Der 26-Jährige parierte 14 Schüsse und bewies einmal mehr, warum er zu den besten Torhütern der Welt zählt. Selbst Welthandballer Mathias Gidsel, normalerweise ein Garant für Tore, tat sich gegen die katalanische Defensive und Nielsens überragende Leistung schwer. „Seine Leistung muss man einfach anerkennen“, gab der dänische Superstar nach dem Spiel zu. „Es ist natürlich echt hart für unser Gefühl.“
Die Füchse Berlin hatten zwar ihre Chancen, doch Nielsen war immer zur Stelle, um die entscheidenden Würfe abzuwehren. Besonders in der 59. Minute, als Tim Freihöfer aus spitzem Winkel auf das Tor schoss, zeigte Nielsen seine Klasse. Mit einer blitzschnellen Reaktion verriegelte er das lange Eck und sicherte Barcelona einen wichtigen Ballgewinn. Der Jubel in der Kölner Arena war ohrenbetäubend.
Ein perfekter Abschied
Für Nielsen war der Triumph der perfekte Abschluss seiner Zeit in Barcelona. Nach vier Jahren verlässt er den Verein und wechselt zum ungarischen Topklub Veszprem. „Das war definitiv der perfekte Abschluss für meine Zeit in Barcelona“, erklärte der Däne, während ihm Tränen über das Gesicht kullerten. „Ich habe vier Jahre in Barcelona verbracht, daher bedeutet mir das sehr viel.“
Doch Nielsens Einfluss reicht weit über seinen persönlichen Erfolg hinaus. Auch Bundestrainer Alfred Gislason musste sich in der Vergangenheit von der Qualität des dänischen Keepers überzeugen. Bei der EM 2026 hielt Nielsen im Duell gegen Deutschland im Zusammenspiel von Hauptrunde und Finale 21 Schüsse. Zwei Jahre zuvor unterstrich er seine Dominanz mit einer Fangquote von 42,1 Prozent im Halbfinale gegen das deutsche Nationalteam.
Selbst der THW Kiel musste sich dem dänischen Hexer beugen. Beim Final Four 2024 kassierten die Norddeutschen eine deutliche Niederlage gegen Barcelona – und Nielsen war dabei der Schlüssel zum Erfolg. „Der macht uns fast alleine kaputt“, kommentierte Rune Dahmke das Spiel. Daniel Stephan, Handball-Legende von 1998, hatte bereits vor dem Finale gewarnt: „Nielsen beeindruckt mich, der sieht so überhaupt nicht sportlich aus, aber wenn der dann einen Lauf kriegt, das ist Wahnsinn. Dann kann man den kaum überwinden.“
Emil Nielsen hat einmal mehr bewiesen, dass er nicht nur ein herausragender Torwart, sondern auch ein Mann der großen Momente ist. Wann immer es um etwas Zählbares geht, scheint er eine besondere Vorliebe dafür zu haben, deutsche Handballträume zu platzen zu lassen.
