Statham wird zum honigmann: „the beekeeper“ zeigt, wie reichen geld wirklich wehtut

Milchbart und Muskelpaket passen zusammen, wenn Jason Statham heute Abend um 21.30 Uhr auf Italia 1 die Kuppeln der Macht zum Schwärmen bringt. „The Beekeeper“ wirft einen Ex-Elitesoldaten in den Bienenkorb der Politik – und liefert die wohl brutalste Kritik an Internet-Betrug seit dem Phishing-E-Mail-Vater aller Witze.

Ein mann, ein bienenstock, ein ganzer staatsapparat

Adam Clay lebt abgeschieden, hält seine Völker in Schach und scheint die Welt vergessen zu haben. Als eine Freundin durch eine gierige Call-Center-Masche Suizid begeht, kippt die Ruhe. Der gute Honigmann wird zur Biowaffe: Ein System, das auf Geld lauert, bekommt Geld – nur eben in Form brennender Dollarscheine und zerfetzter Serverracks.

Regisseur David Ayer („Suicide Squad“, „Fury“) schickt Statham nicht einfach stumpf durch Glasscheiben, sondern nutzt die Imkerei als perfides Symbol: Wer das Volk schützt, darf auch mal den Stock schwenken. Die Parallele zwischen Bienengemeinschaft und Korruptionsnetz ist so offensichtlich, dass sie wehtut – und genau das ist der Plan.

Warum der film heute wichtiger ist als jemals zuvor

Warum der film heute wichtiger ist als jemals zuvor

2024 lagen die Telefonbetrug-Statistien in Italien 47 % über dem Vorjahr. Wer sich fragt, warum Politiker plötzlich über „cyber security“ schwadronieren, bekommt hier die Antwort mit gebrochenen Fingern geliefert. Statham spielt keine Comicfigur, er ist die Projektionsfläche für jeden, der schon einmal „Bitte geben Sie uns Ihre Kontodaten“ gehört hat.

Neugierige schalten nicht nur wegen der Explosionen ein, sondern wegen der Frage: Wie weit darf Selbstjustiz gehen, bevor sie zum Problem wird? Ayer antwortet mit einem Klickzähler-Massaker, das bis zur US-Präsidentin reicht – und dabei sogar ein paar Honigwaben heil lässt.

Streaming-Dienst Mediaset Infinity legt parallel zur TV-Premiere die Online-Version auf, damit keine Sekunde des Amok-Adrenalin verpufft. Die Laufzeit von 105 Minuten ist präzise kalkuliert: lange genug, um sich an die Popcorn-Dose zu klammern, kurz genug, um am nächsten Morgen noch pünktlich zur Arbeit zu erscheinen – sofern man denn noch Geld für den Busfahrer übrig hat.

„The Beekeeper“ ist kein Film über Imker. Er ist ein Spiegel, der zeigt: Wenn das System die Bürger sticht, fliegt irgendwann der erste Schädling raus – und der trägt diesmal Statham-Gesicht.