St. pauli-abwehr bröckelt: blessin muss komplett umbauen
Der FC St. Pauli verliert seine komplette Innenverteidigung. Tomoya Ando zieht sich einen Muskelriss im Adduktorenbereich zu, Lars Ritzka muss operiert werden. Trainer Alexander Blessin steht vor einem Puzzle in der Fünferkette.

Ando fällt aus, ritzka wird auf dem tisch geschraubt
Die Nachricht traf den Klub am Mittwochmorgen wie ein Gegentor in der Nachspielzeit. Ando, gerade frisch in Japans Nationalelf etabliert, verpasst die Länderspiele. Die Blessur hatte er sich beim 1:2 gegen Freiburg eingehandelt. Ritzka wiederum war erst in dieser Woche zum Eingriff an der Hüfte gezwungen. Die OP verlief laut Verein planmäßig, doch ein Comeback ist offen.
Der Linksverteidiger hatte die Chance genutzt, nachdem Manolis Saliakas sich gegen Frankfurt die Syndesmose zerren musste. Nun ist auch er raus. Karol Mets laboriert seit Wochen an einer Faserverletzung. Die Kette ist blank.
Blessin muss improvisieren. Im Training testet er gestern ein 3-4-3 mit zwei Sechsern. Jackson Irvine rückt in die Viererkette, Eric Smith übernimmt die Ordnung vor der Abwehr. Das System ist stabil, aber langsam. Gegen Heidenheim wird Tempo gebraucht.
Die Zahlen sprechen Bände: St. Pauli kassierte in den letzten drei Partien fünf Gegentore. Die Fehlerquote in der Balleroberung stieg um 12 Prozent. Der Druck steigt. Die Fans machen den Klub auf sozialen Kanälen heiß. "Wann wird endlich nachgerüstet?", lautet ein Kommentar mit über 400 Likes.
Intern brodelt es. Die sportliche Leitung hält sich bedeckt, doch hinter den Kulissen wird bereits nach Verstärkung gesiebt. Ein kurzfristiger Leih-Transfer ist im Gespräch. Die Entscheidung fällt am Freitag. Bis dahin muss Blessin mit dem auskommen, was ihm bleibt: Wille, Erfahrung – und ein Kader, der plötzlich aussieht wie ein Schweizer Käse.
