St. pauli: hoffnungsschimmer im abstiegskampf – aber die torflaute bleibt!

Die Alarmglocken an der Elbe läuten weiterhin! Der FC St. Pauli steht vor der Bedrohung, zum zweiten Mal in Folge die Torflaute der Bundesliga zu präsentieren. Nur 26 Treffer in 30 Spielen – eine erschreckende Bilanz, die Trainer Alexander Blessin vor eine Mammutaufgabe stellt.

Die standards als lebensretter, das spiel im angriff aber ein rätsel

Die standards als lebensretter, das spiel im angriff aber ein rätsel

Während die Kiezkicker auf Standardsituationen verlassen können – hier stehen sie mit 14 Treffern sogar auf dem neunten Platz, vor Champions-League-Anwärtern wie Stuttgart und Leipzig – ist die Abhängigkeit von ruhenden Bällen auch die Kehrseite der Medaille. Lediglich in neun von 30 Bundesliga-Partien und einem DFB-Pokalspiel gelang es St. Pauli, ein Tor aus dem laufenden Spiel heraus zu erzielen. Das ist schlichtweg zu wenig.

Blessins Reaktion nach dem Pokalaus in Leverkusen – ein deutliches „Ich scheiß auf Statistiken“ – mag zwar der rauen Seele des Kiez entsprechen, ändert aber nichts an der Realität. Denn während die Mannschaft in den letzten Spielen zwar wieder etwas stabiler wirkt, fehlt es weiterhin an der nötigen Durchschlagskraft im Angriff. Die guten Ansätze beim Saisonstart gegen Dortmund (3:3) und im Derby gegen den HSV (2:0) scheinen weit entfernt.

Ein Blick zurück: Nach einer desaströsen 0:4-Pleite gegen Gladbach, die den Tiefpunkt der Saison darstellte, kehrte die Blessin-Elf zwar zu ihren Tugenden zurück, aber die wenigen Treffer aus dem Spiel heraus kamen meist nach einer Phase tiefen Krisen. Die letzten vier Spiele brachten zwar drei Siege, doch alle sieben erzielten Tore resultierten aus Standardsituationen.

Die kommende Aufgabe gegen Heidenheim am Samstag (15.30, LIVE! bei kicker) ist entscheidend. Heidenheim kassierte zusammen mit Wolfsburg die meisten Gegentore und musste ebenfalls mehr Treffer aus dem Spiel heraus hinnehmen als die beiden Kellerkinder. Ein Sieg würde nicht nur den FCH in den Abstiegskampf ziehen, sondern auch St. Pauli die Chance geben, die eigene Torstatistik zu verbessern.

Trotz des Ausfalls von Pereira Lage gibt es Hoffnungsschimmer: Joel Fujita, Danel Sinani, Manolis Saliakas und Andreas Hountondji stehen Blessin in Heidenheim zur Verfügung und könnten, wenn sie ihre Form finden, für mehr Gefahr im Angriff sorgen. Die Hinrunde zeigte, dass auch aus dem Spiel heraus Tore möglich sind – beim 2:1 gegen Heidenheim und dem 1:2 in Wolfsburg wurden alle drei Treffer erzielt.

Abwehrchef Hauke Wahl mahnt zur Ruhe: „Wir haben immer noch das große Ziel, Platz 15 zu erreichen.“ Aber wer auf dem Kiez lebt, weiß: Worte allein reichen nicht. Es braucht Taten – und vor allem Tore aus dem Spiel heraus, um den Abstiegskampf zu gewinnen. Die Uhr tickt, und die Fans hoffen auf ein Wunder.