St. moritz feiert den letzten winterknall: schweizer alpin-meister kommen zur krönung
Die Piste glüht, die Spannung auch. Am 7. April donnert auf der Corviglia der letzte Kracher des Olympia-Winters 2025/26: Die Schweizer Alpin-Meisterschaften fallen mit dem Saisonfinale in St. Moritz ein. Wer sich jetzt noch verletzt, verpasst nicht nur Medaillen – er verpasst Geschichte.
Franjo von Allmen, Olympiasieger in der Abfahrt, reist als Titelverteidiger an. Letztes Jahr riss er in Zinal dem Favoriten Loïc Meillard die Krone vom Helm. Diesmal wartet ein anderes Kaliber: Marco Odermatt. Der Weltcup-Tsar will endlich auch die rote Weisswein-Flagge auf der Brust. Seine letzte nationale Gold-Sprint-Vorstellung liegt zwei Jahre zurück – für ihn eine Ewigkeit.
Corviglia wird zur geschwindigkeitsarena
Donnerstag, 9. April, 8.00 Uhr: Männer-Abfahrt. Die Hahnenkamm-Sieger kommen, doch die St. Moritzer Streckenführung ist gnadenlos offen. Wind, Eis, Schatten – hier zählt nicht nur Power, sondern Nervenkunde. Für die Frauen startet Stefanie Grob ihre Titel-Jagd eine Stunde später. Die 26-Jährige aus Schwyz will nach dem Kreuzband-Drama von 2024 endlich den Beweis liefern, dass sie mehr ist als Comeback-Story.
Speed geht, Technik kommt. Samstag entscheidet sich im Super-G alles in zwei Läufen. Sandro Zurbrügg verteidigt bei den Männern, Corinne Suter bei den Frauen. Suter schraubte ihre Ski nach der Geburt neu – die Waadtländerin fährt seitdem wie entfesselt. Statistiker wissen: Wer in St. Moritz Super-G gewinnt, holt sich im Sommer auch den Sponsorendeal.

Slalom als schach auf 165 cm brettern
Sonntag und Montag bestimmen die technischen Disziplinen die Meister. Livio Simonet schwebt im Riesenslalom, doch die Konkurrenz schläft nicht. Henrik Kristoffersen trainierte extra eine Woche auf der Corviglia, um die Kanten der St. Moritzer Eisplatten zu studieren. Bei den Frauen fordert Selina Egloff ihre Krone heraus. Die Zürcherin gewann den Slalom 2025 mit 0,02 Sekunden Vorsprung – diesmal will sie keine Fotofinish-Nerven.
Die Uhr tickt. Olympia-Siege sind schön, doch die Schweizer Meisterschaft ist das Ticket für den Nationalkader 2027. Wer hier strauchelt, fliegt raus aus der Förderliste. Die Stiftung Swiss-Ski hat die Budgets um 12 Prozent gekürzt – jede Hundertstelsekunde wird zum Geldsack.
Am 13. April um 12.10 Uhr fällt der letzte Slalom-Torstift. Dann herrscht Sommerpause – bis die ersten Schneekanonen wieder brummen. Wer bis dahin keinen Titel trägt, muss sich mit Trost-Skisocken begnügen. Die Corviglia wird schweigen, doch die Namen der neuen Meister bleiben für ein Jahr in Bronze – und in jedem Ski-Laden am Gotthard.
