Spurs überraschen knicks: wemby sticht hervor, aber reicht’s?

San Antonio – Ein Nadelstich in der dünnen Luft des Madison Square Garden: Die Spurs haben die Knicks gestern Abend mit 115:111 geschlagen. Victor Wembanyama, der Shooting Star aus Texas, präsentierte sich mit 32 Punkten, acht Rebounds und sechs Assists in Glanzform. Doch der Sieg tröstet nicht wirklich, denn die Serie steht immer noch bei 2:1 für New York. Kann San Antonio die Wende schaffen?

Die schwere last der vergangenheit

Die schwere last der vergangenheit

Historisch gesehen blicken die Spurs in eine düstere Statistik. Nur wenige Teams haben jemals einen Rückstand von 0:2 in den NBA-Finals wettgemacht. Die Erinnerungen an die Milwaukee Bucks von 2021, die in Phoenix zwei Spiele verloren und dann die Serie drehten, oder die Cleveland Cavaliers von 2016, deren epische Comeback gegen die Golden State Warriors bis heute in den Annalen des Sports gefeiert wird, sind tröstlich, aber beruhigen die Lage bei den Spurs keineswegs. Es ist ein Kampf gegen die Wahrscheinlichkeit.

Wemby und Stephon Castle waren gestern Abend die treibenden Kräfte. Castle ergänzte Wembanyamas Leistung mit wichtigen Punkten und defensiver Stärke. Es ist die erste Finalserie seit langem, in der zwei Spieler unter 22 Jahren in einem Spiel mehr als 20 Punkte erzielen. Ein Zeichen des Wandels in der Liga, aber auch ein Zeichen der Hoffnung für die Spurs.

Die Spurs müssen sich ihrer Vergangenheit stellen: Kein Team hat jemals einen 0:2-Rückstand in den NBA-Finals mit Heimvorteil der Gegner wettgemacht. Das ist ein beängstigendes Faktum, das die Aufgabe der Spurs noch schwieriger macht. Aber im Basketball, so heißt es, ist alles möglich. Karl-Anthony Towns, der die Leistung von Wembanyama aufmerksam verfolgte, weiß das nur zu gut.

Die Spurs haben jetzt die Chance, die Geschichte umzuschreiben. Mitch Johnson, der Trainer der Spurs, muss seine Mannschaft mental stärken und ihnen die nötige Entschlossenheit einflößen, um diese Herausforderung zu meistern. Ein Sieg in Spiel vier wäre ein wichtiger Schritt in Richtung eines historischen Comebacks und würde den Fans in Texas nach 12 Jahren wieder einen NBA-Titel bescheren – ein Triumph, der die Ära LeBron James und der Miami Heat in den Schatten stellen könnte.

Die Frage ist nicht, ob die Spurs eine Chance haben, sondern ob sie bereit sind, diese Chance zu ergreifen. Die Antwort wird auf dem Spielfeld gegeben.