Zweite liga erwacht: spitzenkampf in nordhorn, abstiegsduelle am wochenende

Kurz nach der Länderspielpause jagt in der 2. Handball-Bundesliga schon der nächste Kracher: HSG Nordhorn-Lingen empfängt am Freitagabend den Aufstiegsfavoriten HC Elbflorenz. Die Rechnung ist einfach – wer gewinnt, rückt bis auf zwei Punkte an Spitzenreiter SG BBM Bietigheim heran. Verliert, darf er wieder mit den Bremsen spielen.

Trainer Daniel Kühn hat seine Dresdner während der Pause nicht schmoren lassen. „Wir haben Tempo und Fehlerquote reduziert“, sagt Linksaußen Julius Dierberg. Die Botschaft ist klar: Nordhorns Hallendecke soll einreißen, bevor die Gäste überhaupt Luft holen. Dabei hilft dem Sechstplatzierten die eigene Kulisse, die in dieser Saison schon fünf Gegner in die Knie zwang.

Ludwigshafen gegen hagen: abstiegsangst trifft aufstiegswut

Schon eine Stunde früter, um 19:00 Uhr, rollt in der Friedrich-Ebert-Halle der Ball. Die Eulen Ludwigshafen haben den VfL Eintracht Hagen vor der Brust – und das ist kein Geschenk. Hagen führt als Fünfter das Verfolgerfeld an, Ludwigshafen schielt von Platz 14 nach unten. Eulen-Coach Michael Haaß redet sich nicht schön: „Die haben das Siegen gelernt.“ Wer ihm zuhört, hört vor allem eins: Respekt, aber keine Angst.

Die Zahme wird, wer die letzten fünf Spiele studiert. Hagen holte zwölf von 15 Punkten, Ludwigshafen nur vier. Die Eulen müssen also ihre bisher beste Saisonleistung abrufen, will man den Minuspunkte-Abstand zur sicheren Zone nicht auf sieben erhöhen. Der erste Blick fällt dabei auf Kreisläufer Timo Kastening, der in den letzten drei Partien 18 Treffer erzielte.

Rheinderby mit turbo-verstärkung

Rheinderby mit turbo-verstärkung

Samstag, 19:30 Uhr, Krefeld: Die HSG Krefeld Niederrhein hat sich kurzfristig mit Marvin Kix und dem spanischen Torwart Pau Guitart Alguacil gepanzert. Seitdem holte das Team acht Punkte aus vier Spielen – mehr als in den gesamten ersten zwölf Runden. Gegen den TSV Bayer Dormagen geht es im Rheinderby um den Anschluss an das rettende Ufer. Dormagens Trainer Julian Bauer warnt schon fast flüsternd: „Die spielen auf einem anderen Niveau.“

Die Rechnung ist schnell gemacht: Gewinnt Krefeld, schmilzt der Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz auf zwei Punkte. Verliert, bleibt die HSG auf 16. Position festgeklebt – und die Restsaison wird zur Nagelprobe.

Am sonntag rollt der ball erneut – mit dem blick nach unten

Am sonntag rollt der ball erneut – mit dem blick nach unten

13:00 Uhr – HC Oppenweiler/Backnang gegen TV Großwallstadt. Das Kellerduell schlechthin. Beide Mannschaften trennen nur zwei Punkte, beide haben die Rückrunde mit null Zählern begonnen. Wer hier verliert, kann den Blick kaum noch nach oben richten. Die Stimmung im Erlenbachtstadion dürfte zwischen Hoffnung und Verzweiflung schwanken.

Um 17:00 Uhr empfängt TUSEM Essen den Spitzenreiter SG BBM Bietigheim. Essen hat aktuell den letzten rettenden Platz inne, doch gegen die Schwaben zählt nur ein Wunder. Bietigheim kassierte in den vergangenen fünf Spielen nur eine Niederlage – und die erst nach Verlängerung. Essens Torwart Finn Zech wird wohl mehr als seine 42 Prozent Fangquote brauchen, will man die Punkte an der Hermann-Löns-Allee behalten.

Die Zahlen sprechen für sich: 28 Spiele, neun Punkte Rückstand – so lautet die Ausgangslage für Oppenweiler/Backnang. Die Chance, sich selbst zu retten, ist winzig, aber vorhanden. Und genau deshalb wird das Wochenende in der 2. Handball-Bundesliga erneut geboten, was die Liga seit Jahren verspricht: Drama bis zum Abpfiff.