Zverevs cooler kopf: french open finale ohne arnaldi-drama
Hamburg – Alexander Zverev hat sich in Paris behauptet. Während sein Finalgegner Flavio Cobolli auf einen kampflosen Einzug in das Endspiel der French Open warten durfte, musste der Hamburger gegen Jakub Mensik über drei lange Sätze kämpfen. Doch Zverev nimmt das Duell mit Humor – und mit dem festen Glauben, auch gegen Cobolli bestehen zu können.
Ein geschenk des himmels? zverevs pragmatische sicht
Die Umstände waren ungewöhnlich: Cobolli konnte sich dank des kurzfristigen Ausfalls seines Landsmanns Matteo Arnaldi, der einem Virus zum Opfer gefallen ist, zurücklehnen. Zverev ließ sich davon jedoch nicht aus der Ruhe bringen. „Nicht wirklich ein Vorteil“, kommentierte der Olympiasieger trocken, „denn mir geht es gut. Ich hatte keine extrem langen Matches und könnte ehrlich gesagt schon wieder spielen.“ Die plötzliche Absage Arnaldis, der eigentlich auf dem Weg in sein erstes Grand-Slam-Halbfinale war und nun von Platz 104 in die Top 34 der Weltrangliste klettern wird, schien Zverev wenig zu beunruhigen.
„So stellt man sich ein Grand-Slam-Halbfinale nicht vor“, gestand Zverev. „Aber ich habe Matteo in der Umkleidekabine gesehen, und er sah furchtbar aus. Das ist natürlich sehr schade.“ Der Hamburger erinnerte daran, dass solche Ereignisse im Sport vorkommen: „Wir sind alle nur Menschen. Wir wollen nicht, dass so etwas passiert, aber es passiert eben.“ Er zeigte sich überzeugt, dass die Situation am Sonntag im Finale keine große Rolle spielen würde.

Fokus auf das wesentliche: zverevs weg zum titel
Das bittere Aus Arnaldis markierte einen weiteren Wendepunkt in einem Turnier voller Überraschungen. Doch Zverev blieb bislang unbeeindruckt und konzentriert auf sein Ziel: den ersehnten ersten Grand-Slam-Titel. „Ich habe mich auf meine Sachen konzentriert. Und das werde ich auch weiterhin tun“, betonte der 29-Jährige. Zwar sei es „ein sehr wildes Turnier“ gewesen, räumte er ein, doch er steuere das, was er steuern kann: „Alles andere kann ich nicht kontrollieren, werde ich nicht kontrollieren, will ich auch gar nicht.“
Nun trifft Zverev auf Flavio Cobolli. Ein Duell, auf das er sich fokussiert hat – und das er mit dem gleichen kühlen Kopf angehen will, der ihn bisher durch das Turnier getragen hat. Denn eines ist klar: Alexander Zverev ist in Paris angekommen, um zu gewinnen.
