Iran darf doch spielen: visaprobleme für die wm-reise gelöst!
Nach zähen Verhandlungen und
angespannten Beziehungen zwischen Teheran und Washington herrscht endlich Klarheit: Die iranische Nationalmannschaft, das „Team Melli“, darf zur Fußball-Weltmeisterschaft nach Amerika reisen. Ein Aufatmen geht durch den iranischen Fußball, nachdem die Visa-Frage tagelang für große Unsicherheit sorgte.
Die ungewöhnliche kulisse der wm 2026
Die bevorstehende Weltmeisterschaft wird zweifellos in die Geschichte eingehen – nicht nur wegen der erstmaligen Ausrichtung in drei Ländern (USA, Kanada, Mexiko), sondern auch wegen der geopolitischen Brisanz. Dass eine Nation, mit der die USA in einem Zustand latenter Feindschaft stehen, überhaupt Fuß fassen darf, ist bemerkenswert und zeugt von diplomatischem Pragmatismus.
Die Reise des iranischen Teams wird alles andere als geradlinig verlaufen. Statt direkt in die Vereinigten Staaten zu fliegen, wird sich das Team zunächst in Tijuana, Mexiko, aufhalten. Von dort aus werden sie kurz vor den jeweiligen Spielen die Grenze überqueren, um ihre Auftritte im SoFi Stadium in Los Angeles (gegen Neuseeland und Belgien) und im Lumen Field in Seattle (gegen Ägypten) zu bestreiten. Direkt nach den Spielen erfolgt die rasche Rückkehr nach Tijuana, wo die Mannschaft als Basis fungiert.
Ein Zeichen der Normalität? Die Entscheidung der US-Behörden, die Visa zu erteilen, kommt zu einem passenden Zeitpunkt. Nach einer jüngsten Freundschaftsniederlage gegen Mali (0:2) und angesichts der Sicherheitsvorkehrungen, die in der Vergangenheit das iranische Team begleiteten, stellt die Reise nun ein Stück weit Normalität dar. Die Vergabe der Visa erfolgte erst knapp zehn Tage vor dem ersten Spiel, was die Komplexität der Situation unterstreicht.
Die Einführung neuer Visabeschränkungen durch die USA seit Januar 2026, die auch iranische Staatsbürger betrafen, hatte die Situation zusätzlich verkompliziert. Jede Anfrage wurde individuell geprüft, wobei Sicherheitsaspekte oberste Priorität hatten. Dass es nun doch geklappt hat, ist ein kleiner Sieg für den Sport und ein Zeichen dafür, dass selbst in Zeiten politischer Spannungen Brücken gebaut werden können. Die Entscheidung wurde von einem Vertreter der Casa Blanca bestätigt, wie Reuters meldete.
Die kommenden Spiele versprechen packende Momente und werden zweifellos die politische Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Doch für die Spieler des „Team Melli“ geht es in erster Linie darum, ihr Können zu zeigen und ihr Land würdig zu vertreten – auch auf amerikanischem Boden. Ob diese Reise langfristige positive Auswirkungen auf die Beziehungen zwischen den beiden Ländern haben wird, bleibt abzuwarten. Fest steht jedoch: Der Fußball hat erneut bewiesen, dass er eine Kraft für Verständigung sein kann, auch wenn die Umstände alles andere als ideal sind.
