Zverev will sinner stoppen – die zweite sunshine-k.o.-runde in miami

Mit einem Aufschlag wie eine Betonsäge und dem Blick eines Boxers hat Alexander Zverev in Miami die 25. Masters-Semifinale seiner Karriere gebucht. 6:1, 6:2 gegen Francisco Cerundolo, 66 Minuten, keine Gnade. Nun steht er wieder vor dem Mann, der ihn vor zwei Wochen in Indian Wells in die Wüste geschickt hat: Jannik Sinner. 0:6, 2:6 lauteten die Zahlen von Kalifornien – eine Demontage, die noch immer in den Knochen des Hamburger schmerzt.

Sinner hat zverevs nummer – 6:0 in der bilanz seit us open 2023

Sinner hat zverevs nummer – 6:0 in der bilanz seit us open 2023

Das Match beginnt heute Nacht um 0:00 Uhr deutscher Zeit, und die Statistik ist ein Spiegel ohne Tusche: Seit dem Triumph in New York 2023 hat Sinner jeden einzelnen Duell gegen Zverev gewonnen, sechs Mal hintereinander. Die letzten beiden Male waren selbst für einen Profi kaum noch erklärbar: In Cincinnati und Wien schlüpfte Sinner in die Rolle des Chirurgen, der präzise schnitt, ohne dass Zverev Blut sehen konnte. 15 Siege in Serie bei Masters-1000-Turnieren, 30 gewonnene Sätze am Stück – das ist keine Serie, das ist ein Monopol.

Zverev selbst weiß, dass er „in Topform“ ist, wie er nach dem Viertelfinag sagte – aber er weiß auch, dass Form gegen Sinner nur die Eintrittskarte ist, nicht das Kampfgeld. 75 % erster Aufschlag gegen Cerundolo, nur fünf unerzwungene Fehler, keine Breakchance für den Argentinier. Doch die Zahlen täuschen. Cerundolo ist kein Sinner. Sinner verschärft den Return auf eine Art, die selbst Zverevs 1,98 m-Mann-Maschine in eine Defensive zwingt, aus der es kein Zurück gibt.

Die Arena in Miami ist bereit für den Showdown zwischen der Weltnummer zwei und drei. Für Zverev geht es um Revanche, um die Chance, das Sunshine Double doch noch zu verhindern. Für Sinner geht es um Geschichte – nur fünf Spieler schafften je Indian Wells und Miami in einem Frühjahr. Das letzte Mal gelang es Novak Đoković 2016. Die Uhr tickt, die Temperaturen sinken unter 25 Grad, und die Kugel fliegt schneller als jede Erinnerung.

Zverev muss heute nicht nur Sinner schlagen, er muss seine eigene Vergangenheit überholen. Seit 1.038 Tagen wartet er auf einen Sieg gegen den Südtiroler. Die Uhr auf dem Scoreboard steht bei 0:00 – aber im Kopf des Deutschen tickt eine ganz andere.