Zverev schreibt tennisgeschichte: fünfter triumph für deutschland bei grand slams
Alexander Zverev hat Geschichte geschrieben. Der in Hamburg geborene, russischstämmige Tennisprofi sicherte sich am Sonntag einen Platz in der deutschen Tennislegende, indem er als fünfter deutscher Spieler überhaupt ein Grand-Slam-Turnier in der Herrenkonkurrenz gewann. Ein Erfolg, der die lange Tradition deutscher Erfolge auf dem größten internationalen Parkett feiert – und eine neue Ära einläutet?

Deutsche tennishelden der vergangenheit
Die Liste der deutschen Grand-Slam-Champions ist legendär, beginnt aber, wie so oft, mit einem Pionier: Gottfried von Cramm. Er triumphierte 1934 und 1936 bei den French Open, eine Zeit, in der Tennis noch eine andere Bedeutung hatte. Ihm folgte Henner Henkel, der 1937 ebenfalls die Coupe de Mousquetaires in die Höhe stemmen durfte. Diese frühen Erfolge sind ein Zeugnis des deutschen Könnens, das auch in den turbulenten Jahren des Zweiten Weltkriegs nicht erlosch.
Doch es dauerte bis 1985, bis Deutschland wieder jubeln konnte. Boris Becker, damals gerade mal 17 Jahre alt, schockierte die Tenniswelt mit seinem Sieg bei Wimbledon. Ein Triumph, der nicht nur ihn, sondern auch das deutsche Tennis revolutionierte. Becker wiederholte seinen Erfolg 1986 und 1989 und fügte dem Ganzen noch Triumphe bei den US Open (1989), den Australian Open (1991) und erneut bei den US Open (1991) hinzu. Seine Dominanz in den frühen 90er Jahren ist unbestritten.
Michel Stich, ein weiterer herausragender deutscher Spieler, bewies 1991 auf dem heiligen Rasen von Wimbledon sein Können und sicherte sich den Titel. Ein Moment, der für immer in die Geschichte des deutschen Sports eingehen wird. Adriano Panatta, der italienische Einzelkämpfer, muss hingegen bitter gefestellt haben, als er Sascha Zverev 50 Jahre nach seinem eigenen Triumph bei den French Open die Trophäe überreichte – er bleibt der einzige Italiener in der Open Era, der diesen Triumph feiert.
Zverevs Sieg ist mehr als nur ein Titel. Er ist ein Symbol für die Wiederbelebung des deutschen Tennis und ein Beweis dafür, dass die deutsche Schule des Tennissports auch in der modernen Ära erfolgreich sein kann. Die Frage, ob er nun an den Fußstapfen seiner Vorgänger treten und eine neue Ära des deutschen Tennis einleiten kann, bleibt spannend. Aber eines ist klar: Alexander Zverev hat mit seinem Sieg einen wichtigen Schritt in Richtung dieser ambitionierten Ziele getan.
