Köster verabschiedet sich: tränen und abschied in gummersbach
Ein bewegender Abschied in der Schwalbe Arena: Julian Köster, Kapitän des VfL Gummersbach, bestritt am Sonntag sein letztes Heimspiel. Die Emotionen kochten über, Tränen flossen – ein Kapitel geht zu Ende.
Ein abschied mit stil und wehmut
Kurz vor drei am Nachmittag, als die Lichter in der Gummersbacher Schwalbe Arena für einen Moment erloschen, wurde Julian Köster mit einem gleißenden Scheinwerferlicht ins Zentrum gerückt. Der 26-jährige Kapitän betrat ein letztes Mal das Spielfeld, und es war unübersehbar: Die Erschöpfung und Wehmut lagen ihm ins Gesicht geschrieben. Fünf Jahre lang prägte Köster das Gesicht des VfL, nun zieht es ihn zum THW Kiel – ein großer Schritt in seiner Karriere, der für Gummersbach schmerzlich ist.
Horst Scholz, seit 13 Jahren treuer Anhänger mit seiner Trommel, brachte seine Gefühle auf den Punkt: „Es tut einfach weh. Julian hat sich hier zum Kapitän und Vorbild entwickelt. Ohne ihn wäre der Aufstieg in die Bundesliga nicht möglich gewesen, und wir hätten uns nicht so weit entwickelt.“
Auch Beate Schinker, die seit Jahren die kleinen Einlaufkinder betreut, vermisst Köster nicht nur als Spieler, sondern auch als Mensch. „Er hat immer Zeit für die Kinder gehabt, sich mit ihnen unterhalten und sie unterstützt. Das werden wir sehr vermissen.“

Eine rasante entwicklung und unvergessliche momente
Als der gebürtige Bielefelder im Februar 2021 nach Gummersbach kam, spielte der VfL noch in der 2. Liga. Doch Köster veränderte alles. Sein Aufstieg mit dem Team in die Bundesliga war nur der Anfang. In kürzester Zeit entwickelte er sich zu einem der besten deutschen Rückraumspieler, wurde erstmals in die Nationalmannschaft berufen und dort zu einer Führungsfigur. „Damit, dass sich alles so rasend schnell bei mir entwickelt, habe ich nicht gerechnet“, gestand Köster.
Das letzte Heimspiel gegen die Rhein Neckar Löwen endete mit einem 28:27-Sieg für den VfL, ein würdiger Abschluss für einen Kapitän, der alles gegeben hat. Der entscheidende Treffer? Natürlich von Julian Köster. Und Dominik Kuzmanovic, der in der kommenden Saison die Rolle des Torwarts neu besetzen muss, sicherte dem Team den Sieg mit seiner letzten Parade.
Der VfL Gummersbach steht vor einer ungewissen Zukunft ohne seinen Kapitän, aber die Fans werden die Erinnerungen an Julian Köster und seine unvergesslichen Momente in der Schwalbe Arena für immer in Ehren halten.
