Zverev ringt cilic nieder – miami glüht nur noch für den deutschen

Ein Schlag, und das Stadion erzitterte. Alexander Zverev jagte die Rückhand cross, Marin Cilic stolperte, der Ball streifte die Linie – 6:2, 5:7, 6:4. Mit diesem Winner schob sich der Hamburger in die Runde der letzten Acht und bewies: Der Frühling kann ihm nichts anhaben.

Der satz, der alles drehte

Die ersten 45 Minuten waren ein Monolog. Zverev servierte wie ein Gewehr, Cilic wirkte eingemauert. Dann kam das Wetter. Eine Windbö drehte den Ball, Zverev verlor den Faden, Cilic schlug zurück. 5:7 – plötzlich lag die Katastrophe in der Luft. Doch im dritten Satz schaltete der 26-Jährige wieder auf „Killer-Modus“. Break bei 2:1, anschließend Service-Bomben mit 225 km/h. Fertig.

Die Statistik spricht Bände: 15 Asse, 38 Winner, nur 25 unerzwungene Fehler. „Ich habe gespürt, wann ich Gas geben muss“, sagte Zverev und wischte sich den Salzgeschmack von den Lippen. Die Miami-Sonne brennt selbst nachts noch in die Haut.

Deutschland-tennis steht auf einem bein

Deutschland-tennis steht auf einem bein

Während Carlos Alcaraz gegen Sebastian Korda die Korken knallen hörte, war Zverev der letzte Deutsche, der noch auf dem Hartplatz stand. Eva Lys, Ella Seidel, Tatjana Maria – alle schon daheim. Bei den Männern schieden Jan-Lennard Struff, Yannick Hanfmann und Daniel Altmaier in Runde eins aus, Laura Siegemund folgte in Runde zwei. Die Bilanz: 1 von 7. Ein Satz, der wehtut.

Jetzt wartet Quentin Halys, ein Franzose mit Kanonen-Serve, aber mit Sand im Getriebe, wenn die Druckmuschel knallt. Zverev führt die Head-to-Head-Bilanz 2:0. Dennoch: „Im März schlägt Miami schneller als in April – ein Break kann reichen“, warnt Coach Sergi Bruguera.

Die Uhr tickt. In zwölf Tagen beginnt die Sandplatz-Saison, und Zverev will endlich den Grand-Slam-Bann brechen. Miami ist kein Ziel, nur eine Station. Aber wer hier überlebt, trägt später in Paris weniger Ballast. Die nächste Runde ist Dienstag nach Mitternacht – wenn die Lichter der Stadt schon schlafen, der Deutsche aber noch aufwacht.