Zverev patzt in rom – und sieht plötzlich die sonne!

Rom – Alexander Zverev, die deutsche Nummer 1 im Tennis, erlebte gestern eine bittere Pille in der italienischen Hauptstadt. Gegen den Überraschungs-Finalisten Luciano Darderi verlor er völlig überraschend und schied frühzeitig aus dem ATP-Masters-Turnier aus. Vier Matchbälle waren ihm dabei egal – das Spiel ging an den Italiener.

Ein auftritt zum vergessen, ein segen vielleicht?

Das Match verlief denkbar ungünstig für den Weltranglistendritten. Zverev dominierte zwar die ersten anderthalb Sätze deutlich, doch dann schien plötzlich der Faden zu reißen. Ein 6:1 im ersten Satz ließ keinen Zweifel an seiner Stärke, doch der zweite Satz entwickelte sich zu einem dramatischen Tie-Break, den er mit 10:12 verlor. Der dritte Satz war dann eine reine Formsache für Darderi, der ihn mit 6:0 deutlich gewann. Eine Leistung, die Zverev selbst überraschte.

Doch inmitten der Enttäuschung scheint ein Lichtblick aufzuleuchten. Der frühe Aus in Rom könnte für den anstrengenden Turnierplan des Deutschen eine willkommene Verschnaufpause bedeuten. Monte Carlo, München, Madrid und Rom – die letzten Wochen waren für ihn hart. „In dieser schwierigen Phase ist diese Niederlage vielleicht ja ein kleiner Segen“, gestand Zverev nach dem Spiel. Die Aussicht auf Ruhe und die Möglichkeit, sich voll auf die French Open vorzubereiten, klingt verlockend.

Sein Plan ist klar: „Ich kann mich ausruhen und 100 Prozent fit werden für die French Open.“ Das prestigeträchtige Turnier in Paris beginnt am 24. Mai. Allerdings steht noch die Teilnahme am Heimturnier in Hamburg in der kommenden Woche an. Ob er tatsächlich am Rothenbaum antreten wird, bleibt abzuwarten – seine Äußerungen in Rom deuten nicht darauf hin.

Der platz als unruhestifter

Der platz als unruhestifter

Darderi nutzte die Gunst der Stunde und spielte einen grandiosen Tennis. Zverev hingegen haderte mit seinem eigenen Spiel und vor allem mit den Platzverhältnissen. „Ich hätte das Match in zwei Sätzen gewinnen müssen“, ärgerte er sich. Die windigen Bedingungen und einige unvorhersehbare Platzfehler erschwerten ihm das Spiel erheblich. Seine Worte: „Um ehrlich zu sein: Das ist der schlechteste Platz, auf dem ich je gespielt habe.“ Ein Ball sprang ihm über den Kopf, ein anderer blieb fast liegen – die Bedingungen waren alles andere als ideal.

Hinzu kommt, dass Zverev offenbar noch nicht ganz wieder gesund ist. Nach dem Finale in Madrid soll er krank geworden sein und sogar Fieber gehabt haben. „Ich bin noch ein klein bisschen kränklich, aber es geht mir deutlich besser als vor zwei Tagen, meine Energie ist zurück“, erklärte er. Trotzdem reichte es nicht für den Sieg. Die körperliche Verfassung spielte offenbar eine Rolle, auch wenn Zverev es nach außen hin herunterspielte.

Die Niederlage gegen Darderi wirft Fragen auf, doch die Chance zur Erholung und Vorbereitung auf die French Open könnte sich als Glücksgriff erweisen. Die nächste Woche wird zeigen, ob Zverev in Hamburg doch noch aufschlägt oder ob er sich stattdessen voll und ganz auf den Sandplatz in Paris konzentriert.