Zverev packt aus: golf-duelle mit alcaraz – 'wir sind wahre nerds'

Indian Wells – was die Fans nicht sehen, ist oft heißer als die Matches. Alexander Zverev hat nach seinem 6:3, 6:4 gegen Frances Tiafoe nicht etwa über Taktik oder Druck gesprochen, sondern über Loft, Slice und Handicap 8. Der Deutsche und Carlos Alcaraz verlagern ihren Wettkampf auf die Greens von PGA West – und vernichten dabei jede Vorstellung von Locker-Swingen nach dem Training.

Fast jeden tag 18 löcher – und djokovic als joker

„Carlos und ich haben eigentlich fast jeden Tag gespielt“, sagt Zverev mit diesem frechen Grinsen, das ihn auszeichnet, wenn er weiß, dass er eine kleine Bombe zündet. Das Niveau? Beide auf Handicap 8. Kein netter Spaß, sondern ein Matchplay, der im Kopf schon US-Open-Niveau erreicht. Dazu gesellt sich Novak Djokovic, der nach eigenen Angaben „nur kurz vorbeischaute“ – und prompt den Scorecard-Krieg weiter anheizte. Wer am Ende die Drinks zahlt, verrät Zverev nicht. Die Frage ist ohnehin Nebensache, wenn drei der besten Tennisspieler der Welt plötzlich über Greens in Regel-4-Bahnen philosophieren.

Die Nebenstory ist Programm. In Kalifornien steht die Saison früh auf der Kippe, wer hier Lücken im Selbstvertrauen hat, wird auseinander genommen. Zverev nutzt die 180 Minuten Dauerlauf auf dem Golfplatz als mentale Reset-Taste. „Wenn du am Tee stehst und wissen musst, dass ein Hook dich ins Wasser befördert, trainierst du Unter Druck. Genau wie beim Breakball“, erklärt er und klingt dabei wie ein Sportpsychologe mit Handicap.

Jetzt droht fils – und der franzose kennt kein fairplay

Jetzt droht fils – und der franzose kennt kein fairplay

Zurück auf Hartplatz erwartet Zverev im Viertelfinale Arthur Fils. 21 Jahre, Power-Serve, und ein Händchen für Early-Breaks. „Er ist sehr jung, sehr talentiert“, sagt Zverev und streift dabei seine Bandage am rechten Knöchel, als wolle er signalisieren: Ich bin längst bereit für die nächste Art von Duel. Die Bilanz 4:2 mag gut aussehen, doch der Sandplatz-Sieg in Rom war hart erkämpft, und Miami 2024 kostete ihn Satz um Satz Nerven.

Die Wetterprognose verspricht 32 Grad und Windböen – perfekte Bedingungen für einen Golfer, die Herausforderung eines Tennisprofis. Zverev lacht: „Ich hoffe, ich schlage dann genauso sauber wie gestern beim Driver.“

Die Botschaft ist klar: Erst Fils schlagen, dann vielleicht wieder Alcaraz – nur dass das nächste Duell nicht auf dem Fairway, sondern auf dem Center Court stattfindet. Und dort gibt es kein Handicap, nur Winner und Fehler. Zverev weiß, dass er in beiden Spielen die Nerven behalten muss. Die Erfahrung auf dem Golfplatz könnte den Unterschied machen – oder zumindest die Rechnung für die Drinks sparen.