Zverev jagt čilić-kantersieg nummer acht: miami-showdown ab 18 uhr

Es ist ein Duell wie aus dem Lehrbuch: Alexander Zverev trifft heute in Miami auf Marin Čilić – eine Paarung, die für den Deutschen seit Jahren wie ein Freilos riecht. Sieben von acht Matches gewann der Hamburger, auch das jüngste 6:4, 6:4 vor zwei Jahren in Rom. Doch diesmal lauert eine Falle.

Čilić spielt sich in form – und die hitze macht ihm zu

Der Kroate schlug gestern den Franzosen Hugo Gaston in drei Sätzen, wirkte dabei aber nicht wie ein 37-Jähriger, der die Tour langsam verabschiedet. Seine Vorhand zischte bei 32 Grad Schatten, der Aufschlag fand die T-Linie. „Ich spüre, dass mein Körper wieder mitmacht“, sagte Čilić nach dem Match – ein Satz, der in Zverevs Camp aufmerken lässt.

Denn der Deutsche hat seine eigene Hitze-Geschichte. Nach seiner Knöchel-Operation 2022 bröckelte seine Ausdauer in langen Matches, erst in diesem Jahr kehrte die alte Robustheit zurück. Gegen Martin Damm ließ er in Runde zwei nur fünf Games, doch Čilić ist kein College-Aufsteiger, sondern ein Grand-Slam-Champion, der auch auf Hardcourt noch mal zupacken kann.

Der trick liegt im return – und in der wade

Der trick liegt im return – und in der wade

Zverevs Team hat die Taktik schon vor Wochen erarbeitet: Return-Position einen halben Schritt weiter vor, um Čilićs hohen Aufschlag früher zu treffen. Die Statistik spricht für sich: In den letzten vier Duellen brach Zverev insgesamt 17 Mal dessen Aufschlag – bei nur fünf eigenen Verlusten. Doch das war vor der Verletzung.

Die Frage ist, ob Zverevs rechte Wade mitmacht. Im Training gestern ließ er sich nach einem Sprint kurz von Physio Hugo Gravil massieren, zuckte aber nicht mit der Wimper. „Ich bin bereit für fünf Sätze“, sagte er – ein Satz, der mehr Selbstvertrauen ausstrahlt als jede Siegesserie.

Beginn ist für 18 Uhr deutscher Zeit geplant, Centre Court wird kochen. Wer gewinnt, trifft im Achtelfinale wahrscheinlich auf Stefanos Tsitsipas – und würde damit schon vor dem Viertelfinale den Turnierfavoriten aus dem Weg räumen. Für Zverev wäre es nicht nur die achte Niederlage für Čilić, sondern auch die erste große Ansage nach seiner Comeback-Saison.

Der Kroate wird alles auf eine Karte setzen: first-strike-Tennis, riskante Inside-In-Forehands, ein Aufschlagspiel wie ein Brett. Zverev muss nur eins tun: die Gewohnheit fortsetzen. 7:1 spricht eine klare Sprache – und lügt selten.