Zverev auf dem weg zum grand slam? mcenroe und wilander loben mutige entwicklung
Paris – Alexander Zverev hat bei den French Open Eindruck hinterlassen, und Tennislegenden wie John McEnroe und Mats Wilander sehen nun auch einen Coup gegen Jannik Sinner nicht mehr als ausgeschlossen. Nach seinem klaren Sieg gegen Tomas Machac diskutierten die Experten bei TNT Sports über die Entwicklung des Deutschen – und kamen zu einem eindeutigen Urteil.
Die nadal-weisheit: aggressivität als schlüssel zum erfolg
Zverevs Sieg gegen Machac war ein Statement. 6:4, 6:2, 6:2 – die Zahlen sprechen für sich, aber es war vor allem die aggressive Spielweise, die beeindruckte. Wilander betonte, dass Zverev körperlich in der Lage sei, Sinner herauszufordern. „Wenn er so weiter spielt, kann er Sinner physisch schlagen“, so der ehemalige Weltranglistenerste. Doch McEnroe erinnerte an das verlorene Australian-Open-Finale 2025, wo Zverev die Chance verpasst hatte, Sinner physisch zu fordern.
Besonders aufschlussreich war McEnroes Verweis auf einen Rat von Rafael Nadal. „Rafa hat es ihm gesagt: Wenn du einen Grand Slam gewinnen willst, musst du aggressiver spielen. Du musst deine Chance suchen und dann auch nutzen“, erklärte McEnroe. Diese Entwicklung sei nun langsam bei Zverev zu erkennen. Es ist ein Wendepunkt, der zeigt, dass Zverev nicht nur über das Talent, sondern auch über die mentale Stärke verfügt, um an die Spitze zu gelangen.

Kopf und technik: die entscheidende frage
Tim Henman sieht die entscheidende Frage weniger in der Technik als vielmehr im Kopf des Deutschen. „Er muss technisch nichts an seinem Spiel ändern“, so der ehemalige Wimbledon-Halbfinalist. Vielmehr gehe es um die Positionierung und die Bereitschaft, mutig nach vorne zu spielen. Gerade gegen die absolute Weltspitze müsse Zverev diesen Schritt konsequent gehen. Zögerliches Agieren würde ihm die Chance nehmen.
Die Hitze in Paris könnte dabei ein entscheidender Faktor sein. McEnroe räumte ein, dass Zverev unter diesen Bedingungen bessere Möglichkeiten hätte. „Bei Hitze hätte Zverev wohl die besten Möglichkeiten. Das wäre perfekt für ihn. Er kann die Hitze besser wegstecken als Sinner und sein Aufschlag kommt dann auch noch besser zum Tragen.“
Alexander Zverev steht nun an einem Scheideweg. Er hat die Ratschläge der Legenden verinnerlicht, seine Spielweise angepasst und körperlich an seine Gegner angepasst. Die French Open 2026 könnten der Beweis sein, dass er endlich bereit ist, den großen Wurf zu schaffen. Die Frage ist nicht, ob er es kann, sondern wann.
