Zürich trennt sich von vonlanthen – der nächste kopf rollt beim fcz

Der FC Zürich fegt weiterhin kräftig durch. Nach dem sportlichen Tief und personellen Beben der vergangenen Monate verabschiedet sich nun auch Johan Vonlanthen mit sofortiger Wirkung. Der ehemalige Nationalspieler und Co-Trainer verlässt den Klub, wie am Montagabend mitgeteilt wurde, im gegenseitigen Einvernehmen. Es ist der nächhte Paukenschlag in einer Reihe von Umbauten, die den FCZ seit Monaten nicht zur Ruhe kommen lassen.

Vonlanthens zweiter abgang beim fcz

Schon einmal trennte sich der Verein von ihm – damals als Spieler. 2009/10 war der damals 23-Jährige von Red Bull Salzburg ausgeliehen, erzielte 17 Tore in 39 Spielen und dennoch verzichteten die Verantwortlichen auf eine feste Verpflichtung. Nun, 15 Jahre später, endet auch sein Engagement als Coach nach nur zwei Jahren. Von Januar 2024 an arbeitete er zunächst als Technik- und Stürmertrainer in der Academy und bei den Frauen, ehe er ins Profi-Team aufrückte.

Insgesamt 82 Partien saß er auf der Bank – 51 unter Ricardo Moniz, 11 unter Mitchell van der Gaag und zuletzt 20 unter Dennis Hediger. Doch der erhoffte sportliche Erfolg blieb aus. Die Leistungsschwankungen der Mannschaft, die Unruhe auf der Führungsebene und die ständigen personellen Wechsel setzten dem Projekt „Vonlanthen“ mittelfristig einem Genickbruch.

Die zahl, die niemand erwartet hatte

Die zahl, die niemand erwartet hatte

Seit dem Amtsantritt von Hediger im Februar holte der FCZ gerade einmal 1,26 Punkte pro Spiel – das ist der schlechteste Schnitt eines Zürcher Coaches seit 2012. Vonlanthen galt intern als Bindeglied zwischen Staff und Spielern, als jemand, der mit seiner EM-Erfahrung von 2004 (damals jüngster Torschütze des Turniers) Respekt verströmt. Doch Selbstvertrauen allein reicht nicht, wenn die Tabelle lügt und der Glauben an die eigene Stärke schwindet.

Was bleibt, ist eine Frage, die sich nicht nur die Fans stellen. Mit welchem Konzept will der Klub wieder nach oben? Wer liefert die Stabilität, wenn selbst langfristig geplante Trainerstrukturen nach wenigen Monaten wieder zerschlagen werden? Die Antwort liegt im Ungefären – und das ist das eigentliche Problem.

Der FCZ taumelt nicht mehr, er dreht sich im Kreis. Wer als Nächstes die Kurve kriegt, entscheidet sich nicht auf dem Trainingsplatz, sondern im Konferenzzimmer. Dort schreibt man offenbar fleißig an neuen Kapiteln – nur ob sie ein Happy End haben, wagt derzeit niemand zu prophezeien.