Zidane rückt nach: frankreichs traum wird wahr – deschamps muss gehen
Die Nachricht jagt durch die Katakomben des Stade de France wie ein gezielter Diagonalpass: Zinedine Zidane wird nach der WM 2026 neuer Nationaltrainer der Equipe Tricolore. Kein Gerücht mehr, kein Wunschkonzert der Fans – laut Le Parisien steht das Papier bereit, nur das Datum fehlt noch.
Der deal steht, das timing auch
Die Verhandlungen liefen im Stillen, aber mit Macht. Noël Le Graët mag gegangen sein, sein Nachfolger Philippe Diallo unterschreibt nun das, was Frankreich seit Jahren herbeisehnt: Zizou auf der Bank, nicht mehr nur als Ikone in Glaskugel und Rückspiegel. Die saudischen Koffer voller Petrodollar? Abgelehnt. Die Premier-League-Klubs mit ihren Hedgefonds? Nicht einmal eine Antwort. Nur das Trikot mit dem Hahn zog ihn zurück ins Licht.
Didier Deschamps ahnt es längst. Nach zwölf Jahren, 142 Länderspielen, einem Stern über dem Wappen und einem halben Dutzend Skandale, die er mühsam wegsteckte, tickt seine Uhr. Die Nations-League-Trophäe von 2021 war das letzte große Stück Silber, doch das Quarterback-Genie Kylian Mbappé braucht einen neuen Playcaller. Die Logik ist gnadenlos: Wer den König bestellt, muss den Ritter ablösen.

Ein land wartet auf seine ikone
In Marseille steht ein Graffiti von 1998, halb verblasst: Zidane hebt den Pokal. Nun wird es wahr, nur andersrum. Die Avenue du Président-Wilson wird zum Boulevard der Erinnerungen, wenn der Ball rollt. Die Zahlen sind schon da: 80 % der Franzosen wollen ihn laut Ifop-Survey, die restlichen 20 % sind einfisch Marseille-Fans, die nie verziehen haben, dass er einst für Real Madrid glänzte.
Die FIFA hat keinen Termin mehr frei für eine Revolte. Die Spieler schon. Aurélien Tchouaméni postete ein altes Foto von sich als Zidane-Trikot tragender Knirps. Eduardo Camavinga schickte ein Emoji mit Krone. Selbst Adrien Rabiot, sonst Meister der Neutralität, likte den Le-Parisien-Artikel. Der Dressing-Room hat gesprochen.
Und Zidane selbst? Schweigen. Kein Statement, kein Leak, nur das Bild, wie er in Madrid aus dem Golf-Club Valderrama steigt, Sonnenbrille auf, Lächeln im Profil. Er weiß: Die echte Prüfung beginnt nicht mit der Unterschrift, sondern mit dem ersten Pfiff in einem WM-Viertelfinale, wenn der Gegner kein Liverpool mehr ist, sondern Brasilien oder Argentinien.
Frankreich hat seinen Nachfolgerparagraphen geschrieben. Die Ära Deschamps endet mit dem Schlusspfiff in Kanada. Dann betritt der Mann den Rasen, der 1998 mit zwei Kopfbällen ein Land entzückte – und nun mit einem Stift eine Nation vereinen will. Die Uhr läuft. 90 Minuten plus Nachspielzeit. Danach ist Zizou endgültig zu Hause.
