Zhao xintong: der snooker-dominator, der manchester im sturm eroberte
Manchester bebte den Triumph von Zhao Xintong mit. Der junge Chinese pulverisierte Judd Trump im Finale der Tour Championship und demonstrierte eine Form, die derzeit ihresgleichen sucht. Acht Frames reichten ihm, um den Titel einzufahren – ein Statement, das die Snooker-Welt in Atem hält.
Einziger wermutstropfen: die verkürzte sendezeit
Rolf Kalb, Eurosport-Experte, sah zwar einen kleinen Witz in der verkürzten Sendezeit der Turniere, die Zhao Xintong gewann. Doch die Ironie ist unübersehbar: Ein solch dominanter Spieler, der seine Matches so effizient entscheidet, lässt die Fernsehsender vor Herausforderungen stehen. Die Wahrheit ist, dass Zhao Xintong derzeit eine Klasse für sich bildet. Sechs Ranglistenturniere, sechs Siege. Alle drei Players Series in einer Saison gewonnen – eine Leistung, die ihresgleichen sucht.
Judd Trump mag im Finale seine beste Form in der Umkleidekabine vergessen haben, doch das schmälert Zhaos Triumph in keiner Weise. Er agierte abgeklärt und souverän, präsentierte eine Leistung, die weit über das übliche Maß hinausging. Ein 10:4-Sieg gegen Chris Wakelin, ein vernichtendes 10:1 gegen John Higgins – die heftigste Niederlage, die Higgins jemals in einem Best-of-19-Match kassiert hat – und schließlich das 10:3 gegen Trump. Gefahr drohte nie wirklich.
Besonders beeindruckend: Zhao Xintong gewann nicht nur mit spektakulären Breaks und Centuries, sondern auch mit seinem B-Spiel. Diese Erkenntnis ist für ihn vor dem Weltmeisterschaftsmarathon von unschätzbarem Wert. Er wirkt dabei wie ein Junge, der gerade seine Weihnachtsgeschenke auspackt – voller Freude und Begeisterung. Diese Freiheit ermöglicht es ihm, auch unter Druck optimal zu performen.

Kann zhao den crucible-fluch brechen?
Als großer Favorit für die Weltmeisterschaft geht Zhao nun auf die Bühnen. Er hat die Chance, als erster Spieler den sogenannten Crucible-Fluch zu brechen – die Tatsache, dass noch kein erstmaliger Weltmeister seinen Titel verteidigen konnte. Doch Snooker ist unberechenbar. Jede Weltmeisterschaft schreibt ihre eigene Geschichte, und was wirklich passiert, kann niemand vorhersehen. Für Trump, Higgins und Robertson sind die klaren Niederlagen bei der Tour Championship ein herber Schlag. Die Vorbereitung auf die WM wird nun deutlich anspruchsvoller.
Während die Top-Spieler Zeit zur Regeneration haben, kämpfen andere in der Qualifikation um ihren Platz. Der Druck ist enorm, das Überleben auf der Tour steht auf dem Spiel. Die Qualifikationsspiele sind bis zum 16. April auf HBO Max zu sehen, die Weltmeisterschaft selbst wird dann ab dem 18. April auf Eurosport und HBO Max übertragen.
