Zarras geheimnis: wie der 'kopf europas' seine gegner täuschte

1951 tobte in Stockholm ein freundschaftliches Länderspiel zwischen Schweden und Spanien. Die schwedischen Organisatoren nutzten die Gelegenheit, um die Straßen der Hauptstadt mit Plakaten zu schmücken, die laut verkündeten: „Kommt und seht Zarra, den besten Kopf Europas – nach Winston Churchill!“ Zarra selbst nahm die Behauptung mit einem Augenzwinkern zur Kenntnis, wie er später enthüllte.

Ein ungewöhnliches geheimnis für den torerfolg

Ein ungewöhnliches geheimnis für den torerfolg

„Es war wohl eine Übertreibung, basierend auf ein paar gelungenen Kopfballtoren. Meine wichtigsten Tore erzielte ich aber mit dem Fuß – mit einem Geheimnis“, so der legendäre Stürmer in einem Interview für Interviú im Jahr 1997. Ein Geheimnis, das er nur wenigen anvertraute, insbesondere seinen engsten Mitspielern auf dem Feld. Es ging dabei nicht um ausgeklügelte Taktiken oder geheime Trainingsmethoden, sondern um etwas viel Einfacheres – und doch Geniales.

„Ich benutzte für meine Torjägerstiefel eine Nummer kleiner, wässerte sie an und tat sie in Schlamm. Dann zog ich sie an, und sie passten wie angegossene Handschuhe an meine Füße“, erklärte Zarra. Seine Teamkollegen Piru Gainza und Panizo halfen ihm dabei oft mit dem Schlamm, wie er sich erinnerte. Eine einfache, aber effektive Methode, um den perfekten Sitz zu gewährleisten.

Diese Anekdote, die Zarra Jahrzehnte später enthüllte, verdeutlichte nicht nur seinen unkonventionellen Charakter, sondern auch seine Aufmerksamkeit für jedes Detail, das ihm einen Vorteil verschaffen konnte. Es war diese Art von Hingabe und Kreativität, die ihn zu einem der größten Torjäger aller Zeiten machte.

Ein außergewöhnliches Denkmal: Das Gemälde „Zarras Stiefel“ Die Geschichte von Zarra wurde im Jahr 1997 durch eine emotionale Geste weiter bereichert, als der damalige Präsident des Athletic Bilbao, José María Arrate, ihm eine lange überfällige Ehrung zukommen ließ. Es war mehr als nur eine feierliche Zeremonie; es war eine Anerkennung für eine außergewöhnliche Karriere. Sogar Bert Williams, der englische Torwart, dem Zarra das berühmte Tor im Maracanã-Stadion gegen seine Mannschaft eingeneicht hatte, reiste nach Bilbao, um seinem Rivalen und Freund zu würdigen.

Die Familie Zarra wünschte sich für das Geschenk etwas Besonderes: nicht einfach nur ein Paar Schuhe, sondern seine alten, schlammbespritzten Stiefel – ein Symbol für seine unkonventionelle Spielweise und seinen unbändigen Willen. Der talentierte baskische Maler Iñaki García Ergüin verarbeitete diese Idee zu einem beeindruckenden Gemälde, das er „Zarras Stiefel“ nannte. Zarra selbst war tief bewegt von dem Kunstwerk, das seine bescheidenen Anfänge und seine Leidenschaft für den Fußball auf einzigartige Weise widerspiegelte. „Für mich ist dieses Gemälde eine Ehre“, sagte er.

Zarra war bekannt für seine Großzügigkeit und verschenkte seine Trikots und Ausrüstungsgegenstände bereitwillig. Daher fand man in seinem Haus kaum Erinnerungsstücke an seine glorreiche Karriere. Ein Ausnahmestück war jedoch das Trikot, das er im historischen Maracanã-Spiel trug. Es wurde seinem Freund Josetxu vom Restaurant Kirol in Bilbao geschenkt und dort über 75 Jahre lang ausgestellt. Erst kürzlich wurde es von Josetxus Sohn Elena Zarra überreicht, ein Symbol für Zarra's Vermächtnis.

Nun wird „Zarras Stiefel“, ein Original-Gouache, versteigert. Der Erlös wird einer gemeinnützigen Organisation gespendet, die sich um eine seltenere Krankheit kümmert. Das Gemälde könnte in einem der renommierten Sportmuseen einen Platz finden – im Athletic Bilbao Museum, im Museo de la Selección Española de Fútbol oder im Legends Museum. Zarra schloss seine sportliche Karriere mit den Worten: „Mit all meiner Zuneigung und Dankbarkeit an diejenigen, die mich so glücklich gemacht haben.“