Yusuf demir spricht: rapid-star verrät, warum er weiter fehlt
Rund 20.000 Leute wollten ihn sehen, bekamen stattdessen wieder nur die Bank. Yusuf Demir, einst Wiens größtes Talent, saß gegen den LASK nicht mal im Kader – und das, obwohl er laut Verein „fast fit“ war. Die Arena brummte, die Kurve sang, aber das Herzstück fehlte.
Was passiert da eigentlich in Hütteldorf? Rapid investierte eine halbe Million Euro Ablöse, um den 22-jährigen Flügelflitzer aus dem Ausland zurückzuholen. Drei Monate später steht er immer noch ohne Pflichtspiel-Einsatz da. Die Verletung? „Oberschenkel? Nö. Außenband ist es. Ein bisschen gezehrt“, sagte Demir Sky in der Halbzeit, als würde er einen Kaffee bestellen. Kein Drama, nur ein Bändchen. Trotzdem fehlt er.
Die uhr tickt – für rapid und für demir
Die grün-weiße Geduld schmilzt. Trainer Robert Klauß spricht von „konzentriertem Aufbau“, die medizinische Abteilung von „vorsichtiger Belastungssteuerung“. Klingt professionell, liest sich wie Code für: Wir trauen uns nicht. Denn wer Demir zu früh auflässt, riskiert einen Rückschlag. Und wer ihn zu spät bringt, verliert die Meistergruppe.
Demir selbst wirkt gelassen, fast schon selbstironisch. „Ich bin mir sicher, dass ich in Zukunft wieder für Furore sorgen kann“, sagt er. Klingt nach einem Satz aus einem Bewerbungsvideo. Doch dahinter steckt ein Junge, der schon zweimal den Anschluss an die Spitze verpasst hat – einmal in Barcelona, einmal in Istanbul. Wien ist seine dritte Station, vielleicht die letzte mit Promi-Status.
Die Timeline ist klar: Nach der Länderspielpause will er zurück. Genauer: am 5. April, wenn Sturm Graz in Hütteldorf gastiert. Ein Heimspiel gegen den Tabellenführer, live im Free-TV. Perfekte Bühne. Aber Stadien sind keine Wunschkonzerte. Wenn das Knie nicht hält, ist auch der nächste Termin Makulatur.

Rapid zahlt zinsen für ein verschobenes comeback
Die sportliche Rechnung ist hart. Ohne Demir wirkt Rapids Offensive wie ein Auto mit drei Zylindern – läuft, aber ohne Sprint. Die letzten drei Spiele brachten zwei Punkte. In der Meistergruppe reicht das nicht fürs internationale Geschäft. Und je länger Demir ausfällt, desto größer wird das Loch in der Kasse: Keine Europa-League-Prämien, kein Transfer-Hype, keine Trikotverkäufe.
Kurz: Rapid leiht sich Zeit, zahlt aber horrende Zinsen. Demir leiht sich Vertrauen, zahlt mit seinem Ruf. Beide Seiten hoffen auf den 5. April. Dann steht entweder ein Comeback – oder das nächste Fragezeichen. Die Arena wird voll sein, die Kurve wird singen. Ob Yusuf Demir endlich mitspielt, entscheidet sich in den nächsten zehn Tagen. Die Uhr tickt. Und sie tickt laut.
