Yakin zwingt haaland in die knechtschaft – doch xhaka-loch nagt

Kein Tor, kein Sieg, aber ein Plan: Murat Yakins Experiment mit der Dreierkette schnürt Erling Haaland ein und liefert der Schweiz ihr WM-Gerüst. Die Null gegen Norwegen ist ein Protokoll aus Stärke und Mangel zugleich.

Die neue mauer stand, der motor fehlte

Denis Zakaria als libero-artiger Anker, Manuel Akanji und Nico Elvedi als aggressive Außenverteidiger – das 3-4-3 war kein Flickenteppich, sondern eine Falle. Haaland kam bis zur 62. Minute an zwei Ballkontakten vorbei, beide Male war Zakaria schon da. „Er weiß, wie man in einer Dreierkette spielt“, sagte Yakin und klang wie ein Lehrer, der endlich den richtigen Schüler gefunden hat.

Doch hinten raus hieß es: Wer schaltet um? Ohne Granit Xhaka verloren die Schweizer 62 Prozent ihrer Aufbaupässe im Mitteldrittel. Fabian Rieder versuchte sich als Spielgestalter, rutschte dreimal weg – nicht wegen mangelnder Technik, sondern wegen fehlender Anspielstationen. Der Platz in St. Gallen war ein Kartoffelacker, das macht’s nicht besser, erklärt auch nicht alles.

Wechselorgie statt durchbruch

Wechselorgie statt durchbruch

Yakin wechselte sieben Mal, um jedem WM-Kandidaten eine Visitenkarte zu geben. Joel Monteiro lief 14 Minuten, genug für einen Sprint, zu wenig für ein Statement. Die größte Chance hatte Ruben Vargas, doch sein Schuss aus 16 Metern landete beim Fangzaun. Norwegen hatte nach dem Seitenwechsel eine einzige Großchance – da war Mvogo schon unten. Der Leipziger Ersatztorwart rettete mit den Fingerspitzen, was die Statistik als „Expected Goal“ von 0,05 einstuft. Keine Heldentat, aber ein gutes Foto.

Die Null steht, das Zahlenwerk auch: Die Schweiz kassierte in den letzten fünf Spielen nur ein Gegentor. Das Problem liegt vorne. In den beiden Testspielen dieser Woche kamen 17 Torschüsse zusammen – drei aufs Tor. Das ist kein Zufall, das ist ein Muster.

Wm-kader steht, die lücken auch

Wm-kader steht, die lücken auch

Yakin spricht von einem „Gerüst“, meint damit aber nicht nur die Startelf. Zeki Amdouni kehrt zurück, Noah Okafor soll gesund werden. Beide sollen den Plan B liefern, wenn Plan A wieder im Kreisverkehr endet. Ein Pre-Camp für U-21-Talente ist im Gespräch – Namen wie Britschgi, Athekame und Vogt sind keine Versprechen, nur Notnägel.

Am 31. Mai testet die Nati gegen Jordanien, dann geht’s nach San Francisco. Katar wartet am 13. Juni. Die Null gegen Norwegen ist ein Etappensieg, mehr nicht. Die Frage ist nicht, ob die Schweiz verteidigen kann. Die Frage ist, wer den Ball nach vorne trägt, wenn Xhaka mal wieder fehlt. Die Antwort steht noch aus – und die Zeit wird knapp.