Wnba verhindert saison-aus: rekord-deal stoppt boykott in letzter sekunde
Die WNBA hat sich gerettet – und mit ihr die 30. Saison. Nach monatelangem Poker einigten sich die Liga und die Spielergewerkschaft WNBAPA am Mittwoch in New York auf einen neuen Tarifvertrag. Die drohende Absage von Vorbereitungsspielen ab 25. April und des Saisonstarts am 8. Mai ist damit vom Tisch. Die Spielerinnen erhalten künftig eine deutlich höhere Quote aus den TV-Milliarden und zusätzliche Reiseprivilegien. Die genauen Zahlen halten beide Seiten noch unter Verschluss, aber intern ist von einer Gehalts-Obergrenze von 750.000 Dollar für Topstars die Rede – plus Bonuszahlungen, die sich an den Playoff-Einnahmen orientieren.
Stewart und sabally feiern den durchbruch
Breanna Stewart, MVP-Finalistin und Gewinnerin des Titels mit New York Liberty, trat nach der Einigung vor die Presse und nannte den Deal „bahnbrechend für jede Generation“. An ihrer Seite: Nyara Sabally, die deutsche Nationalspielerin, die 2024 mit Stewart den Meisterpokal in die Höhe stemmte. „Wir haben nicht nur für uns verhandelt, sondern für jedes Mädchen, das heute in der Schule dribbelt und davon trämt, einmal im Barclays Center aufzulaufen“, sagte Sabally mit Tränen in den Augen. Die Bilder des gemeinsamen High-Fives der beiden Liberty-Stars gingen sofort durch die sozialen Netzwerke – ein Symbol für die Geschlossenheit der Liga.
WNBA-Commissioner Cathy Engelbert betonte, dass die Verhandlungen „nackte Nerven“ gekostet hätten. „Wir haben 48 Stunden durchgemediat, die Kaffeekanne stand permanent auf Stufe fünf“, sagte sie mit einem schiefen Grinsen. Der bisherige Vertrag läuft offiziell am 30. September aus, die Spielerinnen müssen das neue Papier noch per einfacher Mehrheit absegnen. Laut internen Quellen rechnet die Gewerkschaft mit einer Zustimmungsrate von über 90 Prozent.

Der streit, der die liga spaltete
Im Kern ging es um die Verteilung der 2,2 Milliarden Dollar, die ESPN, Amazon und NBC ab 2026 für die Übertragungsrechte zahlen. Die Athletinnen forderten 50 Prozent der neuen Einnahmen – vergleichbar mit der NBA –, die Klubs hielten zunächst 35 Prozent für realistisch. Die Lösung: Ein Staffelmodell, das bis 2030 auf 47 Prozent ansteigt, dafür aber die Gehaltsobergrenze für Einzelverträge lockert. Wer zwei MVP-Auszeichnungen oder vier Finals aufweist, darf künftig eine „Supermax-Franchise-Klausel“ nutzen und bis zu 750.000 Dollar plus Image-Boni erhalten. Das übersteigt die bisherige Marke von 215.000 Dollar fast um das Vierfache.
Die kleinen Klubs bekommen dafür eine Ausgleichszahlung: Ein Pool von 15 Millionen Dollar jährlich soll verhindern, dass Teams wie Indiana oder Atlanta ihre Stammspieler nicht halten können. „Keine Frage, das macht die Liga gerechter“, sagt Terri Carmichael Jackson, Geschäftsführerin der WNBAPA. „Aber wir werden weiterhin jeden Cent kontrollieren – und nächstes Mal noch mehr verlangen.“
Der Zeitplan ist eng: Die ersten Trainingscamps beginnen in 14 Tagen, die Draft fällt aus, weil die College-Spielerinnen bereits 2025 in die Liga wechseln durften. Dennoch herrscht Erleichterung. Nike kündigte bereits an, die Preseason-Tour durch acht Städte zu sponsorn – mit kostenlosen Eintrittsbändchen für Schulmannschaften. Die Botschaft: Basketball ist zurück, und diesmal sollen alle etwas abkriegen – außer die Nerven der Fans.
