Wm 2026: fußball wird zum milliardengeschäft – infantino prahlt mit rekordumsätzen
Dortmund – Die Fußball-Weltmeisterschaft hat sich gewandelt. Was einst vorrangig das größte Fußballturnier der Welt war, ist heute auch eine gigantische Wirtschaftskraft. Die WM in den USA, Kanada und Mexiko schreibt nicht nur sportliche, sondern auch kommerzielle Geschichte und übertrifft alle Erwartungen. Die FIFA rechnet mit Einnahmen von über 12 Milliarden Euro – eine Summe, die das Turnier in eine völlig neue Dimension katapultiert.
Infantino feiert: größer als alles, was die welt je gesehen hat
FIFA-Präsident Gianni Infantino ließ seiner Begeisterung freien Lauf: „Es ist größer als alles, was die Welt je gesehen hat – nicht nur ein Fußballereignis, sondern jedes Ereignis.“ Der Vergleich zu früheren Weltmeisterschaften ist schockierend. Während Katar 2022 noch 6,6 Milliarden Euro einbrachte und Russland 2018 etwa 5,6 Milliarden Euro, blieb Brasilien 2014 bei rund 5 Milliarden Euro und Deutschland 2006 bei knapp 2,8 Milliarden Euro. Der Aufstieg ist atemberaubend. Innerhalb weniger Jahrzehnte haben sich die Einnahmen der FIFA vervierfacht.
Der Schlüssel zum Erfolg liegt im neuen Format mit 48 Mannschaften und 104 Spielen – 40 mehr als üblich. Das bedeutet mehr Teams, mehr Märkte, mehr Fans, mehr Fernsehinteressen und letztendlich mehr Tage voller Spannung. Jeder einzelne Einsatz ist eine Chance, die die FIFA konsequent nutzt. Die Erweiterung des Turniers hat sich als goldener Griff erwiesen.

Vip-bereiche und hospitality: der luxus-faktor
Doch die WM 2026 ist nicht nur größer, sondern auch teurer und ausgefeilter. Die FIFA hat erkannt, dass Fußball längst nicht mehr nur um Eintrittskarten geht, sondern um das gesamte Erlebnis. Die sogenannte „Hospitality“ spielt dabei eine entscheidende Rolle: VIP-Pakete, Premium-Bereiche, exklusive Services, Gourmet-Gastronomie und Corporate Hospitality verwandeln einige Spiele in Veranstaltungen für Manager, Großunternehmen und wohlhabende Kunden. Das Finale in New Jersey wird somit nicht nur das wichtigste Fußballspiel, sondern auch eines der exklusivsten Sportereignisse der Welt sein.
Die Preise sind schwindelerregend. Während ein Ticket für die Finalpartie 1994 noch rund 160 Euro kostete, werden Premium-Pakete für 2026 nun fast 35.000 Euro erreichen. Der Einfluss des nordamerikanischen Marktes, der Sport längst als erstklassige Unterhaltung versteht, ist unverkennbar. Die Super Bowl, die NBA, die Formel 1 in Las Vegas – all diese Beispiele zeigen, dass es ein Publikum gibt, das bereit ist, enorme Summen für ein einzigartiges Erlebnis zu zahlen. Die WM hat diesen Trend aufgegriffen und integriert.

Werbefenster im minutentakt: das geschäft mit der zeit
Selbst die kürzlich eingeführten Trinkpausen, die offiziell der Gesundheit der Spieler dienen sollen, sind zu lukrativen Werbefenstern geworden. Die Fernsehsender nutzen die rund dreiminütigen Unterbrechungen, um Werbeblöcke einzuschieben – und das zu einem stolzen Preis. Schätzungen zufolge können diese zusätzlichen Minuten in einem einzigen WM-Spiel bis zu 220 Millionen Euro an Werbeeinnahmen generieren. Ein schreiender Beweis dafür, dass auch das kleinste Detail im Fußballgeschäft monetarisiert wird.
Die FIFA rechtfertigt das wirtschaftliche Wachstum mit der Investition in die Entwicklung des Fußballs und der Unterstützung ihrer 211 Mitgliedsverbände. Im Zeitraum von 2023 bis 2026 werden über 10 Milliarden Euro für diese Zwecke bereitgestellt. Hinzu kommen Rekord-Preisgelder für die teilnehmenden Nationalmannschaften – ein Zeichen dafür, dass auch die Vereine profitieren.
Die Clubs erhalten im Zuge der WM 2026 fast 220 Millionen Euro als Kompensation für die Abstellung ihrer Spieler. Dabei wird pro Tag der Teilnahme des Spielers im Trainingslager eine Summe von rund 4.500 Euro an den jeweiligen Verein überwiesen. Die FIFA hat damit ein gefundenes Fressen: Der Fußball wird immer mehr zum Business – und die Gewinner sind klar benannt.
