Wm-traum lebt: diese sechs schweizer verpassen die nhl-playoffs – und könnten zugreifen

Die Tickets für die Heim-WM in Zürich und Fribourg sind gedruckt, doch die Namen auf der Schweizer Liste stehen noch nicht. Wer am 9. Mai ins Hallenstadion läuft, entscheidet sich nicht in Ottawa oder Denver, sondern in Lugano, Langnau, Lausanne. Sechs National-League-Profis warten auf den Anruf von Patrick Fischer – und haben realistliche Chancen, erstmals eine WM zu schnuppern.

Luca fazzini: 45 punkte, null nhl-erfahrung – das ist sein trumpf

Der Tessiner ist kein Geheimtipp mehr, sondern eine Waffe. 45 Scorerpunkte in 48 Spielen, das ist die beste Bilanz seiner Karriere. Als Captain des HC Lugano spielt er Powerplay, Boxplay, entscheidende Bullys. Fischer weiß: Fazzini braucht Top-Nine-Minuten, sonst bringt ihn nichts. Die NHL-Frage wird über ihn entscheiden. Je weniger Nordamerikaner anreisen, desto größer sein Koffer.

Dario rohrbach: der langnauer dauerbrenner schielt auf den zweiten versuch

Dario rohrbach: der langnauer dauerbrenner schielt auf den zweiten versuch

Vor zwölf Monaten stand er schon im Aufgebot, wurde aber für einen NHL-Slot gestrichen. Die Ironie: Die Tigers scheitern früh, Rohrbach wird pünktlich. 31 Punkte in der Regular Season, dazu ein Vertrag beim SC Bern – das ist kein Kurvenläufer, das ist ein verlässlicher Arbeiter. Fischer sucht genau jemanden, der in der vierten Reihe 45 Sekunden Boxplay killt und dabei nicht tritt. Rohrbach kann das.

Theo rochette: 43 scorerpunkte, aber die wahre zahl ist 17

Theo rochette: 43 scorerpunkte, aber die wahre zahl ist 17

17 Playoff-Punkte in der Vorsaison – das ist Rochettes Visitenkarte. Der 24-Jährige verpasste Olympia wegen einer Kleinigkeit: Er war nicht gut genug. Nun sind 22 Tore und 21 Assists auf dem Tableau, und sein Vertrag läuft bis 2031. Fischer braucht Torgefahr aus der dritten Reihe. Rochette liefert sie. Die Verletzung vom Vorjahr? Vergessen. Der Neuenburger ist bereit.

Attilio biasca: der jungspund, der plötzlich effizient wird

Attilio biasca: der jungspund, der plötzlich effizient wird

Zehn Punkte letzte Saison, 25 in dieser – das ist kein Zufall, das ein Sprung. Der Wechsel von Zug nach Fribourg bescherte ihm zwei Minuten mehr Eiszeit, aber vor allem Selbstvertrauen. Noch ist er kein WM-Mann, aber Fischer denkt langfristig. Ein Einsatz im Vorrundenspiel gegen Lettland wäre keine Geste, sondern Investition. Biasca könnte 2026 Stammstürmer sein.

Inaki baragano: plus-8, drei strafminuten – der unsichtbare mit statistik

Inaki baragano: plus-8, drei strafminuten – der unsichtbare mit statistik

Verteidiger mit +8 und nur drei Minuten auf der Strafbank? Das liest sich wie ein Fehler im Protokoll. Baragano spielt 15 Minuten pro Partie, meistens gegen die Top-Reihen. Er ist kein Publikumsliebling, aber ein Trainerliebling. Die Konkurrenz heißt Josi, Siegenthaler, Bahl – kein leichtes Publikum. Doch wenn Fischer eine siebte Abwehr-Option sucht, wird er Baraganos Fairness und Zuverlässigkeit schätzen.

Nico gross: zwei meister, drei länderspiele – und trotzdem noch unbeschrieben

Mit dem EV Zug feierte er zwei Titel, nun trägt er das Davoser Wappen. Gross ist kein Offensiv-Zauberer, aber ein Bodychecker mit Kopf. 26 Jahre, 1,88 Meter, 92 Kilo – das ist kein Verteidiger, das ist ein Schrank. Fischer sucht einen, der in der Zone den Gegner wegräumt und den Puck aus der Zone befördert. Gross kann das. Drei Länderspiele sind sein Lebenslauf, die WM wäre die Beförderung.

Die Entscheidung fällt nicht in einem Büro in Zürich, sondern auf den Rängen in Langnau, Lugano, Lausanne. Je früher die Schweizer Clubs in den Playoffs scheitern, desto größer die Chancen für Fazzini, Rohrbach, Rochette. Die NHL-Playoffs laufen parallel, und während die Stars dort schwitzen, trainieren diese sechs Männer schon mit dem Schweizer Kreuz auf der Brust. Die WM beginnt nicht am 9. Mai, sondern jetzt – in der Geduld derer, die warten.