Inter verlässt como mit leeren händen – der pokal schlägt zurück

89 Tore in dieser Saison, null am Comer See. Inter Mailand stolpert im Halbfinale der Coppa Italia über Como und liefert sich selbst ein Offensiv-Märchen ohne Happy End. Das Team von Trainer Cristian Chivu schoss keinen einzigen Torschuss aufs Tor – ein Novum in dieser Spielzeit.

Chivu rotiert, como blockiert

Chivu wechselte auf zehn Positionen – nur Carlos Augusto blieb. Ohne Lautaro Martínez und Bonny, mit Thuram geschont und Diouf neben Esposito, wirkte die Inter-Offensive wie ein Uhrwerk ohne Zugkraft. Como-Coach Cesc Fàbregas stellte auf ein 5-3-2-System um, das die Nerazzurri mit Ballbesitz zwar besitzen, aber nicht erobern ließ. 60 Prozent Ballbesitz für Como in Hälfte eins – das ist keine Statistik, das ist eine Ohrfeige.

Inter kam nur zwölf Mal im gegnerischen Strafraum an den Ball. In der Serie A sind es im Schnitt 32 pro Spiel. Die Zahl spricht Bände: Wer nicht ankommt, kann nicht treffen. Darmians Pfosten nach der Pause war kein Torversuch, sondern ein versehentliches Zentimeter-Cross. Das war’s dann auch schon.

Der derby-blick ist frei – aber die frage bleibt

Der derby-blick ist frei – aber die frage bleibt

Chivu kann trotzdem zufrieden sein: Kein neuer Verletzter, keine Gelbsperre, Dumfries und Calhanoglu wurden geschont. Am Sonntag geht’s gegen Milan – bei einem Sieg könnte Inter die Meisterschaft vorzeitig klar machen. Doch wer jetzt schon von „Rotation“ spricht, vergisst: Auch der Gegner liert mit. Und Milan wird nicht mit drei defensiven Mittelfeldspielern, sondern mit Leidenschaft kommen.

Inter hat in dieser Saison schon drei Mal nicht getroffen – gegen Milan, Liverpool und jetzt Como. Das ist kein Zufall, das ist ein Muster. Wer in der Champions League und im Pokal blank zieht, darf sich nicht wundern, wenn das Derby plötzlich doch offen ist.