Wm-paukenschlag: tschechien und südafrika trennen sich mit remis
Ein brisantes Duell der Hoffnungsträger in Gruppe A der Weltmeisterschaft endete mit einem müden 1:1 zwischen Tschechien und Südafrika. Für beide Mannschaften bedeutet das Resultat enormen Druck vor dem letzten Gruppenspiel – eine bittere Pille für Nationen, die mit Siegeshoffnungen angereist waren.
Trainerwechseln zum trotz: die defensive bleibt ein problem
Miroslav Koubek und Hugo Broos, zwei erfahrene Coaches mit über 70 Jahren auf dem Buckel, hatten nach den enttäuschenden Auftaktpleiten personell ordentlich umgebaut. Doch vor allem die „Bafana Bafana“ offenbarten erneut deutliche Schwächen in der Abwehr. Bereits in der sechsten Minute klingelte es, als Sadílek nach einem harmlosen Einwurf aus der eigenen Hälfte die Tschechen in Führung brachte – eine erschreckende Leichtigkeit, mit der die Südafrikaner die Kugel durchließen.
Tschechien ließ im weiteren Verlauf das Zepter fallen, während Südafrika zwar mehr Ballbesitz verzeichnete, aber es verfehlte jeglicher Kreativität. Ein klarer Torchancen erspielte sich die Mannschaft nicht. Der frühe Platzverweis von Mittelfeldmotor Mokoena, der als erster Spieler des Turniers die zweite Gelbe sah, unterstrich die Verzweiflung der Südafrikaner. Sein Ausfall im entscheidenden Gruppenspiel gegen Südkorea ist ein herber Schlag.
Das Geschehen auf dem Platz erinnerte eher an eine Trainingspartie als an eine Weltmeisterschaft. Auch die obligatorische Trinkpause brachte keine Wendung – stattdessen blieb ein erschreckend schwaches Bild zurück. Südafrika wirkte taktisch limitiert und technisch unterlegen.

Elfmeter-drama und ein schiedsrichter im fokus
Die Partie kulminierte in der 81. Minute, als ein umstrittener Handelfmeter für Südafrika gepfiffen wurde. Sulc blockte einen Schuss mit dem Arm ab, und Schiedsrichterin Tori Penso zeigte auf den Elfmeterpunkt. Mokoena, bereits vorverwarn, übernahm die Verantwortung und verwandelte sicher zum Ausgleich. Der Fokus lag dabei auf Penso, der ersten Frau seit Langem, die ein WM-Endrundenmatch leitet. Ihre Leistung war bis zu dieser fragwürdigen Entscheidung unauffällig.
Für Tschechien wird das Finale gegen Co-Gastgeber Mexiko zur echten Bewährungsprobe. Nur ein klarer Sieg kann die Hoffnungen auf das Erreichen der K.o.-Runde am Leben erhalten. Südafrika steht ebenfalls vor einem Berg: Gegen Südkorea muss ein Sieg her, um bei der dritten WM-Teilnahme überhaupt erstmals die nächste Runde zu erreichen. Die Chancen stehen mau, aber die Hoffnung stirbt zuletzt.
Die Wahrheit ist: Beide Mannschaften haben sich selbst in eine missliche Lage manövriert. Nur ein Wunder wird ihren Weg ins Achtelfinale ebnen.
