Wm eishockey: deutschland patzt – seider und co. verpatzen auftakt!

Zürich – Ein bitterer Start für die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in der Schweiz: Vor 8000 Zuschauern in der Swiss Life Arena unterlag das Team von Bundestrainer Harold Kreis Finnland mit 1:3. Ein Fehlstart, der vor dem Hintergrund der desolaten Vorbereitung und des enormen Drucks auf den Coach zusätzliche Fragen aufwirft.

Personelle engpässe und special-team-schwächen

Ohne einige NHL-Stars wie Nico Sturm (der kurzfristig absagte) und Lukas Reichel (der noch ausrechnet), wirkte die DEB-Auswahl ersichtlich geschwächt. Doch die Personalsituation allein kann die erschreckend schwache Leistung nicht entschuldigen. Vor allem die Special Teams offenbarten eklatante Mängel. Während Finnland seine ersten beiden Powerplay-Gelegenheiten eiskalt ausnutzte, blieb Deutschland in den zehn Minuten mit Überzahl weitgehend blass.

Moritz Seider wiederum zeigte zwar kämpferische Qualitäten, konnte das drohende Debakel aber nicht verhindern. Seine spektakuläre Rettungsaktion auf der Linie in der 21. Minute verhinderte zumindest ein noch höheres Ergebnis. Stefan Loibls Anschlusstreffer in der 49. Minute kam zu spät, um das Blatt zu wenden.

Druck auf kreis wächst – lettland die standortbestimmung

Druck auf kreis wächst – lettland die standortbestimmung

Nach dem Vorrunden-Aus im Vorjahr und der Enttäuschung bei den Olympischen Spielen in Mailand steht Bundestrainer Kreis nun mehr denn je unter Druck. Schon am Sonntag im zweiten Gruppenspiel gegen Lettland muss das Team zeigen, ob es in der Lage ist, sich zu fangen und das ambitionierte Ziel Viertelfinale zu erreichen. Die Partie gegen Lettland wird somit zur Standortbestimmung und könnte über die weitere Zukunft von Kreis entscheiden.

Die Finnen demonstrierten vor allem im Powerplay ihre Überlegenheit, wobei Anton Lundell (9.), Jesse Puljujärvi (44.) und Aatu Räty (56.) die Treffer erzielten. Deutschland hingegen hielt sich zunächst an eine defensive Taktik, die jedoch zu wenig Gefahr im gegnerischen Tor erzeugte. Die wenigen Chancen, die sich boten, wurden in der Regel vergeben, wie beispielsweise Joshua Samanski in der 13. und erneut in der 33. Minute.

Es bleibt abzuwarten, ob Harold Kreis in der Lage sein wird, die Mannschaft schnell zu stabilisieren und die Special-Teams-Probleme zu beheben. Die kommenden Spiele werden zeigen, ob die WM für Deutschland noch Rettung hat oder ob bereits jetzt die Segel fallen müssen.