Wm 2026: iranisches team findet zuflucht in mexiko – usa blockieren
Ein überraschender Umschwung im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft 2026: Das iranische Nationalteam wird sein Trainingslager nicht in den USA, sondern in Mexiko aufschlagen. Die Entscheidung, die kurzfristig getroffen werden musste, wirft ein Schlaglicht auf die angespannten geopolitischen Beziehungen zwischen Teheran und Washington.

Mexiko springt ein – ein diplomatischer coup
Die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum bestätigte die Nachricht und erklärte, dass ihr Land „kein Problem“ damit habe, das iranische Team aufzunehmen. „Die USA wollen nicht, dass sich die iranische Nationalmannschaft auf ihrem Territorium niederlässt“, so Sheinbaum. Dies habe dazu geführt, dass Iran um eine Ausnahmegenehmigung gebeten habe, die Mexiko nun gewährt. Das Team Melli, wie die iranische Nationalmannschaft liebevoll genannt wird, wird fortan in Tijuana residieren, anstatt wie ursprünglich geplant in Tucson, Arizona.
Die FIFA hat die Verlegung des Quartiers bereits genehmigt, wie der iranische Verbandspräsident Mehdi Taj per Video auf Telegram mitteilte. Taj betonte, dass Tijuana logistisch deutlich vorteilhafter liege, da die Reisezeit zu den beiden Gruppenspielen in Los Angeles lediglich 55 Minuten betrage – eine erhebliche Verbesserung gegenüber der ursprünglichen Anreise nach Arizona.
Die Entscheidung ist umso bemerkenswerter, wenn man bedenkt, dass der Iran seit Ende Februar in einem Konflikt mit den USA verwickelt ist. Allein die Teilnahme des iranischen Teams an der Weltmeisterschaft in den Vereinigten Staaten war in dieser angespannten Lage zu einem kontrovers diskutierten Thema geworden. Es bleibt abzuwarten, welche Auswirkungen diese diplomatische Geste auf die Beziehungen zwischen den beiden Ländern haben wird.
Die iranische Nationalmannschaft befindet sich derzeit im Trainingslager in Antalya, Türkei, und hat bereits Visaanträge für die Spieler bei der US-Botschaft in Ankara eingereicht. Das Team trifft in der Vorrunde der Weltmeisterschaft in Gruppe G auf Neuseeland, Belgien und Ägypten und startet am 15. Juni in Los Angeles ins Turnier. Die Augen sind nun auf Tijuana gerichtet, wo das iranische Team seine Vorbereitungen fortsetzen wird. Die Entscheidung Mexikos ist mehr als nur eine logistische Lösung – sie ist ein Zeichen diplomatischer Flexibilität in einer turbulenten Welt.
