Wissa schlägt zurück: kongos wm-punkt nach horror-erfahrung

Ein Jubelschrei, der von unvorstellbarem Leid übertönt wird. Yoane Wissa, der Mann, der dem Kongo gegen Portugal den ersten WM-Punkt in der Vereinsgeschichte bescherte, hat eine Lebensgeschichte, die wahre Dramatik kennt. Sein Tor zum 1:1 war mehr als nur ein Treffer – es war ein Triumph des Willens über das Unfassbare.

Die narben einer attacke: wissas weg zurück ins rampenlicht

Die narben einer attacke: wissas weg zurück ins rampenlicht

Vor fünf Jahren, als Wissa noch für den FC Lorient in Frankreich spielte, wurde er Opfer eines brutalen Überfalls. Eine Frau, offenbar unter Wahnvorstellungen leidend, stürmte in sein Haus und attackierte ihn mit Säure. Das Ziel: offenbar die Entführung seiner Tochter. Wissa erlitt schwere Verletzungen im Gesicht, seine Augen waren akut bedroht. Ärzte kämpften um seine Sehkraft, und es bestand ernsthafte Gefahr, dass seine Karriere abrupt endete. Die Bilder, die damals kursierten, waren erschreckend.

Aber Wissa gab nicht auf. Nach einer Notoperation und monatelanger Rehabilitation gelang es ihm, nicht nur seine Sehkraft zurückzugewinnen, sondern auch seinen Traum vom Profifußball fortzusetzen. Seine Leistungen beim FC Brentford waren beeindruckend, sodass sich Newcastle United ihn für über 60 Millionen Euro sicherte. Auch wenn ihm zu Beginn der Saison Verletzungsprobleme zu schaffen machten, etablierte er sich im Laufe der Saison als Stammspieler.

„Kovo“ – der Glatzkopf mit Herz: Der Weg in die Nationalmannschaft war kein Selbstläufer. Geboren in Villeneuve-Saint-Georges, Frankreich, kontaktierte er als 16-Jähriger den kongolesischen Fußballverband über Facebook – eine verzweifelte Nachricht, ein Hoffnungsschimmer. „Die Wahrheit ist, ich bin nicht der talentierteste Spieler“, gab er bescheiden zu. „Was mich antreibt, ist die Liebe zur harten Arbeit.“ Und genau das hat er bewiesen. Sein Spitzname in der Demokratischen Republik Kongo, „Kovo“ (Glatzkopf), zeugt von der Zuneigung, die ihm entgegengebracht wird.

Die Freude nach dem Spiel gegen Portugal war grenzenlos. Wissa führte mit seinen Mitspielern einen ausgelassenen Jubeltanz auf, ein Ausdruck der Erleichterung und des Stolzes. „Wir haben Tanzen auf dem Trainingsplatz trainiert. Wir sind immer am Tanzen“, lachte er glücklich. Der Ebola-Ausbruch hatte das Land schwer getroffen, doch dieser Punkt gibt Hoffnung. Der Sieg ist eine Botschaft der Widerstandsfähigkeit und des Zusammenhalts.

Die Geschichte von Yoane Wissa ist ein Beweis dafür, dass selbst die dunkelsten Kapitel überwunden werden können. Dass man mit Entschlossenheit und Leidenschaft auch die größten Hindernisse überwinden kann. Und dass der Fußball manchmal mehr ist als nur ein Spiel – er ist ein Symbol der Hoffnung und der Menschlichkeit. Die brasilianische Fußballlegende Pelé sagte einst: „Es gibt keine größere Medizin als der Fußball.“ Wissa hat es eindrucksvoll bewiesen.