Wirtz schockt die schweiz zweimal – matthäus platzt die hutschnur
Florian Wirtz schlägt zweimal
ein, die Schweizer Abwehr zweimal ein. Lothar Matthäus sieht rot. 4:3 für Deutschland, zwei Geniestreiche von Wirtz, ein Offensivfeuerwerk – und trotzdem steht nach Abpfiff nur ein Thema im Mittelpunkt: die katastrophale Schweizer Defensive.Der freistoß, der keine ecke war
61. Minute, 3:2. Serge Gnabry legt die Ecke kurz auf Wirtz am Strafraumeck. Die Schweizer Verteidigung schaut zu. Wirtz zieht ab. Ball rein, Netz zappelt. Matthäus: „Entschuldigung, bitte. Wenn ich vom ersten Gegentor nichts gelernt habe, dann kann man nicht mehr helfen.“ Die Kritik trifft den Nagel auf den Kopf. Bereits das 1:1 war nach einer kurzen Ecke gefallen. Jonathan Tah hatte das Kunststück wiederholt.
Matthäus kann es nicht fassen: „Das weiß man doch mittlerweile. Das spreche ich doch als Trainer der Schweizer Nationalmannschaft an.“ Die Eidgenossen wirken wie ein Schulklub, der die Basics verpennt hat. Schnelle Ecken? Keine Reaktion. Zweiter Ball? Fehlanzeige. Der 65-Jährige schüttelt den Kopf. „Das ist ja nicht mehr professionell.“

Wirtz macht’s noch einmal schöner
86. Minute, 3:3. Die Schweiz gleicht aus. Viele denken: Jetzt reicht’s. Wirtz denkt: Jetzt erst recht. Er nimmt den Ball zentral vor dem Sechzehner, 16 Meter, halbrechte Position. Ein Schlenzer. Der Ball segelt in den rechten Knick. Keine Chance für Gregor Kobel. Matthäus: „Schon wieder ein Geniestreich.“
Zwei Tore, zwei Kunstwerke. Wirtz liefert die Show, Matthäus liefert den Kommentar. Die Rede ist von „Traumtoren“, aber die Schweiz liefert Albträume. Die Niederlage ist verdient, die Lektion bitter. Wer sich bei schnellen Ecken verschläft, wacht beim nächsten Turnier ohne Ticket auf.
Deutschland gewinnt 4:3, Wirtz gewinnt die Herzen. Die Schweiz gewinnt nur eins: die Gewissheit, dass die Defensive dringend einen Reset braucht. Die WM rückt näher. Die Zeit wird knapp. Und der Ball? Den kann man wirklich nicht besser schießen.
