Wierhake holt em-gold – enttäuschung über verpassten rekord in arnheim!
Arnheim – Bera Wierhake, die Hoffnungsträgerin des VfB Stuttgart, hat bei den European Transplant Games in Arnheim eine Goldmedaille über 5000 Meter gewonnen. Ein Triumph, der jedoch von tiefer Enttäuschung überschattet wird: Der ersehnte Europarekord über 1500 Meter konnte aufgrund extremer Hitze nicht gelaufen werden.
Die freude über den sieg, der schnell verblasste
Die 26-jährige Wierhake, die seit ihrem neunten Lebensmonat mit einer Spenderleber lebt, zeigte am Donnerstag eine beeindruckende Vorstellung auf der anspruchsvollen, hügeligen Strecke. Mit einer Zeit von 17:48 Minuten sicherte sie sich den Titel – und das als erste Athletin überhaupt, sowohl bei Männern als auch bei Frauen. Ihre Freude war riesig, wie sie auf Instagram verkündete: „Es fühlt sich noch immer etwas surreal an, zu schreiben, dass es in Europa derzeit keine schnellere transplantierte Athletin auf dieser Strecke gibt.“
Doch die Vorfreude auf den Freitag, an dem Wierhake mit monatelanger Vorbereitung den Angriff auf den Europarekord über 1500 Meter plante, wurde jäh zerstört. Ein Trainingslager in Davos und jede einzelne Trainingseinheit waren auf diesen Wettkampf ausgerichtet, um die Bestmarke zu knacken. Aber die Organisatoren sahen sich gezwungen, die Wettkämpfe wegen der brütenden Hitze (bis zu 40 Grad erwartet) abzusagen, um die Gesundheit der Athleten zu schützen – eine Entscheidung, die Wierhake zutiefst betraf.

Die bittere realität und die erkenntnis
„Es ist schwer in Worte zu fassen, wie enttäuscht ich bin“, schrieb Wierhake auf Instagram. „Dieser Wettkampf bedeutete mir unglaublich viel, und im Moment gehen mir viele Emotionen durch den Kopf.“ Doch trotz der tiefen Enttäuschung zeigte sie sich realistisch: „Wir alle sind Transplantationspatienten und haben eine zweite Chance im Leben erhalten. Unsere Gesundheit zu schützen, muss an erster Stelle stehen.“ Kein Rennen, kein Rekord und keine Medaille sollte das wertvolle Geschenk der zweiten Chance gefährden.
Wierhake hatte kurz zuvor bei den Deutschen Meisterschaften der Transplantierten in Straubing bereits drei Titel errungen und demonstriert, dass sie in Topform ist. Die Absage in Arnheim wirft einen bitteren Nachgeschmack auf, doch die Leistung und der Goldmedaille über 500 Meter bleiben unbestritten. Die Geschichte von Bera Wierhake ist ein eindrucksvoller Beweis dafür, dass der menschliche Wille auch nach einer Transplantation noch ungeahnte Kräfte freisetzen kann – und dass die Gesundheit stets Vorrang hat, selbst im Wettkampf um die Bestzeit.
