Wiener derby-prozess: klauß schwieg – geburtstagskind geständig

Ein brisantes Zeugnis im Prozess um die Ausschreitungen beim 343. Wiener Derby: Der ehemalige Rapid-Trainer Robert Klauß wich Fragen zur Eskalation aus, während ein weiterer Angeklagter, der an diesem Tag Geburtstag hatte, seine Beteiligung gestand. Die Staatsanwaltschaft wirft den 22 Beschuldigten schwere Vorwürfe wegen gemeinschaftlicher Gewalt und anderer Delikte ins Gesicht.

Die zeugenaussage: ein schweigen, das bände spricht

Am Freitag stand Robert Klauß vor Gericht, als Zeuge im Fall des Platzsturms beim Wiener Derby im September 2024. Seine Aussage, oder besser gesagt sein weitgehendes Schweigen, sorgte für Gesprächsstoff. Auf die Frage nach den Ereignissen, als seine Mannschaft nach dem 2:0-Sieg eine Runde durch das Stadion drehte und die Situation plötzlich eskalierte, antwortete Klauß ausweichend: „Ich kann dazu nichts sagen.“ Er beschrieb lediglich eine plötzliche Unruhe und Chaos, als Fans auf das Spielfeld stürmten, wobei er betonte, dass es seine Priorität gewesen sei, die Mannschaft in Sicherheit zu bringen.

Die Verteidigerin des Angeklagten, Pia Kern, hatte Klauß als Entlastungszeugen angefordert, in der Hoffnung, die Schuld auf andere zu verlagern. Doch Klauß‘ Aussage trug kaum zur Aufklärung bei. Seine Beschreibung der Situation – „Menschen sind aufs Spielfeld gestürmt, wir haben gemerkt, dass wir so schnell wie möglich in die Kabine reinmüssen“ – wirkte distanziert und wenig aufschlussreich.

Ein geburtstagskind gesteht: „ich war wütend“

Ein geburtstagskind gesteht: „ich war wütend“

Im Gegensatz dazu zeigte sich ein anderer Angeklagter, der an dem Tag des Derbys Geburtstag hatte, einsichtig. Er gab an, mit seiner Familie ins Stadion gekommen zu sein, um zu demonstrieren, dass das Wiener Derby nicht das Hochrisikospiel sei, als das es oft dargestellt wird. Der Platzsturm veränderte jedoch seine Sichtweise. „Als es zum Platzsturm kam, bin ich deswegen wütend geworden“, so der 30-Jährige, der bereits mehrfach vorbestraft ist.

Die Staatsanwältin Kristina Kamauf wirft den Angeklagten eine Vielzahl von Delikten vor, darunter schwere gemeinschaftliche Gewalt, Widerstand gegen die Staatsgewalt und Sachbeschädigung. Bisher konnten 15 der 22 Beschuldigten durch Diversion davonkommen, indem sie Verfahrenskosten und Schadensersatzleistungen leisteten und umfassende Stadionverbote akzeptierten. Vier weitere wurden zu bedingten Freiheitsstrafen verurteilt. Ein Urteil im Fall der restlichen Angeklagten wird für heute erwartet.

Die Ereignisse zeigen auf drastische Weise, dass die Emotionen beim Wiener Derby immer noch hochkochen und zu unkontrollierbaren Ausbrüchen führen können. Die Frage bleibt, ob die Strafen eine abschreckende Wirkung haben werden und ob die Sicherheitsvorkehrungen für zukünftige Spiele ausreichend sind, um solche Szenarien zu verhindern.

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