Wieling wirft 2026 hin: tus n-lübbecke holt mvp bergemann als ersatz

Der Rechtsaußen-Platz beim TuS N-Lübbecke bekommt ein neues Gesicht. Tim Roman Wieling beendet im Sommer 2026 seine Karriere, um sich ganz seinem Modelabel „Nahtstelle“ zu widmen. Als Ersatz sichert sich der Zweitligist Thies Bergemann, der zuletzt in Österreich die Meisterliga dominierte.

Ein abschied mit vorlauf

Der Vertrag von Wieling lief eigentlich bis 2027, doch die Doppelbelastung aus Bundesliga-Alltag und Firmengründung wird zur Zerreißprobe. „Ich merke, dass beides langfristig nicht mehr in dieser Form vereinbar ist“, sagt der 29-Jährige, der den Klub bereits im Januar von seiner Entscheidung unterrichtete. Geschäftsführer Rolf Hermann bestätigt: „Wir haben damals zugesagt, dass wir gesprächsbereit sind, wenn dieser Moment kommt – und zu diesem Wort stehen wir.“

Die Trennung verläuft ohne Drama. Beide Seiten verzichten auf ein Sommerloch voller Spekulationen und verankern die Lösung schriftlich. Für Wieling bedeutet das: keine Auswärtstermine mehr, wenn die nächste Kollektion an den Start geht. Für den TuS: Planungssicherheit statt Transfer-Poker in der Winterpause.

Bergemann kehrt aus dem exil zurück

Bergemann kehrt aus dem exil zurück

Thies Bergemann ist kein Unbekannter. Der 31-Jährige sammelte beim Hamburger SV Erfahrung in der 2. Bundesliga, ehe er nach Österreich wechselte. Mit UHK Krems zog er ins Finale der HLA Meisterliga und wurde zum wertvollsten Rechtsaußen der Liga gewählt. „Er kennt deutsche Hallen und deutsche Abwehrreihen“, sagt Hermann. „Dazu bringt er Sieger-DNS mit.“

Bergemann selbst brennt auf das Projekt. „Der TuS ist ein Traditionsklub mit einer Fanbasis, die sich gegenseitig trägt“, erklärt er. Die Vertragsdetails nennt der Klub nicht, doch intern geht man von einem Zweijahres-Deal aus, der 2026 beginnt und eine Option für die Saison 2027/28 enthält.

Die sportliche Leitung nutzt den Vorlauf, um die Mannschaft neu zu justieren. Neben Bergemann sollen weitere Zugänge folgen, um den offensiven Ausfall von Wieling zu kompensieren. Der Topscorer erzielte in dieser Spielzeit bereits 92 Tore – ein Loch, das man nicht mit einem einzigen Neuzugang stopft.

Die zahl, die alles erklärt

Die zahl, die alles erklärt

Seit September 2024 hat Wielings Startup „Nahtstelle“ laut Handelsregister den Umsatz fast verdoppelt. Wer sich fragt, warum ein Handball-Profi auf 1.000-Euro-Prämien verzichtet, findet die Antwort in der Bilanz: Textilien erzielen höhere Margen als Tore. Für den TuS ist das ein Verlust, der sich aber kalkulieren lässt. Die Ablöse für Bergemann fällt moderat aus, weil sein Vertrag in Krems nur noch ein Jahr läuft. Die Fans reagierten auf den offiziellen Kanälen mit gemischten Gefühlen: Bedauern über Wielings Abschied, aber auch Erleichterung, dass der Nachfolger bereits feststeht.

Die Moral der Geschichte: Selbst in der 2. Bundesliga ist Sport längst kein Nebenjob mehr. Wer Unternehmer werden will, muss sich früher oder später für eine Seite entscheiden. Wieling trifft seine Wahl im Sommer 2026 – und der TuS ist vorbereitet.