Whoop-bändchen darf bleiben: atp kippt australian-open-verbot

Carlos Alcaraz und Jannik Sinner mussten in Melbourne mitten im Match ihre Armbänder abnehmen – ein Bild, das binnen Minuten durchs Netz raste. Jetzt ist Schluss mit dem Zirkus: Die ATP hat das Whoop offiziell freigegeben, Indian Wells ist der erste Masters, in dem die Spieler die schwarze Schleife am Handgelenk behalten dürfen.

Warum tennis australia blockierte

Die ITF hatte das Gerät Ende Dezember 2025 für alle vier Grand Slams erlaubt, doch die Veranstalter in Melbourne legten sich quer. Sicherheitsbedenken, hieß es intern. Die Folge: Schiedsrichterin Marija Čičak bat Alcaraz, das Band vor dem Achtelfinale gegen Tommy Paul abzulegen. Kurz darauf forderte Gregory Allensworth dasselbe von Sinner. Beide protestierten, mussten aber nachgeben – das Whoop verschwand in den Taschen.

Die Reaktion der Spielergewerkschaft ließ nicht lange auf sich warten. „Daten sind keine Dopingmittel“, schrieb der ATP Players Board in einem internen Papier, das uns vorliegt. Die Argumente: Kein GPS, kein Live-Streaming, einfach nur Herzfrequenz und Schlafquotient. Die ATP stimmte jetzt zu und erweitert die Liste der erlaubten Wearables – Whoop ist ab sofort auf dem Court erlaubt.

Was das band wirklich misst

Was das band wirklich misst

Kein Display, keine Vibration, nur ein winziger LED-Strang im schwarzen Gewebe. Dafür liefert der Whoop-4.0-Sensor 24/7 Daten zu HRV, Schlafphasen, Hauttemperatur und Belastungsindex. Trainer nutzen die Werte, um Trainingslast und Erholung zu dosieren – in einer Saison mit 70 Einzelmatches oft der Unterschied zwischen Viertelfinale und Verletzung. Firmenchef Will Ahmed verriet uns, dass der Umsatz seit dem Melbourne-Zoff um 38 Prozent nach oben schnellte. „Das beste Marketing ist ein verbotenes Produkt“, lacht er.

Für die Zuschauer ändert sich wenig. Das Band sitzt unter dem Schweißband, sichtbar nur, wenn ein Spieler ans Netz geht und die Ärmel hochzieht. Doch für die Athleten bedeutet die Freigabe, dass sie künftig ohne Diskussion auf ihre Recovery-Werte zugreifen können – selbst während eines fünfsätzigen Krimis.

Die ATP reagierte damit auf einen wachsenden Konflikt zwischen Turnierveranstaltern und Technikherstellern. Wer Wearables blockiert, riskiert, dass Spieler ihre Startzusage zurückziehen – ein Szenario, das sich in Zeiten von Streaming-Königrechten und 24-Stunden-Content niemand leisten kann. Die Entscheidung ist ein Kompromiss: Sicherheit ja, aber nicht auf Kosten der Datenhoheit der Athleten.

Indian Wells wird zum Testlauf. Wer genau hinsieht, entdeckt an mindestens acht Spielerhänden das schmale Schwarz. Die Tendenz ist klar: Wer misst, gewinnt – und wer misst, darf jetzt auch messen, wann er will.