Milano wird zur box-schmiede: paparo jagt europacrown bei taf 12
Am Samstag wird die Allianz Cloud zum Hexenkessel. Francesco Paparostürmt nach 19 Profikämpfen ohne Niederlage auf Juanfe Gomez zu – der Gewinner bekommt den EBU-Silbergürtel der Superfedergewichtler umgeschnallt und damit ein Ticket in die europäische Elite.
Die Promoter von The Art of Fighting haben sich für die zwölfte Ausgabe ihrer Serie ein Programm ausgeknobelt, das selbst Zapping-Fans vor der Leinwand kleben hält. Im Co-Mainevent treffen Christian Mazzon und Francesco Faraoni aufeinander – beide ungeschlagen in ihrer Profilaufbahn, beide mit dem italienischen Meistertitel im Mittelgewicht als Zielscheibe im Kopf.
Schicksalsschlag kurzfristig abgewendet
Das eigentliche Top-Duell der Mittelschwergewichtler ist geplatzt: Vincenzo Lizzi zog sich im Sparring einen Fingerriss zu, Mohamed Elmaghraby (13-0) bekommt noch in dieser Woche einen Ersatzmann genannt. Für den ägyptisch-stämmigen Italiener bleibt die Null in der Verlustspalte auf jeden Fall die kleinste Zahl, die er akzeptiert.
Die restliche Karte liest sich wie ein Who-is-Who der italienischen Nachwuchshoffnungen: Paolo Bologna und Nicholas Espositoliefern sich einen Superwelter-Kracher, der voraussichtlich über die volle Distanz gehen wird – beide haben in 22 gemeinsamen Kämpfen nur einmal die Luft geholt. Dazu kommt ein Aufgebot von 14 weiteren Kämpfern, die sich zwischen den TV-geförderten Top-Acts die Finger wund boxen werden.

Ein blick auf die zahlen
Die Veranstalter rechnen mit 4.000 Zuschauern in der Arena und einem PPV-Zuschauerrekord für italienische Box-Verhältnisse. Die Tickets gingen innerhalb von 72 Stunden weg – ein Indiz dafür, dass sich das Interesse an Profiboxen in Italien seit den Tagen von Sandro Mazzinghi und Primo Carnera nicht verflüchtigt hat, sondern nur gewartet hat, wieder richtig entfacht zu werden.
Mit einem Sieg würde Paparo in die Top-15 der europäischen Ranglisten vorstoßen und kassiert dafür laut BoxRec mindestens 80.000 Euro – eine Summe, die für einen italienischen Faustkämpfer ohne TV-Deal aus dem Ausland bislang undenkbar war. Die Gewinner der Abendkämpfe erhalten ihre Gage bar auf die Hand, ein Ritual, das die Promoter bewusst pflegen: „Cash ist Motivation“, sagt Giuseppe Loreni, Matchmaker von TAF.
Beginn ist 20 Uhr, die ersten Unterkarten starten bereits 18 Uhr – und damit auch der Countdown für eine Nacht, die über Karrieren entscheidet und Italiens Boxherz wieder höher schlagen lässt. Wer den Gürtel holt, darf sich nicht nur Champion nennen, sondern auch Spitzensportler des Jahres in der Sonderkategorie der italienischen Sportjournalisten – eine Trophäe, die Paparo schon auf dem Schreibtisch reserviert haben will.
