Werth zündet olympia-fuse: reiten in aachen wäre der super-gau
Isabell Werth hat die Karten neu gemischt. Die achtfache Dressur-Olympiasiegerin fordert offen die Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 für die Region Köln/Rhein/Ruhr – und schickt dabei ihre Heimstätte Aachen vor. „Damit würde ein Traum in Erfüllung gehen“, sagte die 56-Jährige am Montag, während hinter ihr die CHIO-Männchen bereits die ersten Sattel für die WM im August polierten.
Die rechnung hinter dem coup
Werth weiß, wovon sie spricht. 500.000 Zuschauer werden im August erwartet, wenn Aachen wieder zum Mekka der Reitszene mutiert. Die Zahl ist kein Zufall: Sie belegt, dass der Traditionsstandort bereits jetzt Olympia-Format bietet – ohne Zuschlag. Die Reit-WM ist der Probelauf, die Bewerbung der finale Schritt.
Doch es geht um mehr als Pferde. Werth poliert das Image einer ganzen Sportart, die in Deutschland seit Jahren mit Dopingvorwürfen und Sponsorierflaute kämpft. „Wir brauchen eine leistungsorientierte Gesellschaft“, sagt sie und verweist auf die Medaillenspiegel Italiens und Frankreichs – beide Nationen profitierten sichtbar von ihrer Rolle als Gastgeber.

Nrw stemmt sich ins rennen
Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) nahm den Ball sofort auf. „Aachen ist die größte Bühne für den größten Moment“, posaunte er und ließ durchblicken, dass das Land längst mit dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) paktieren will. Der entscheidet im Herbst, welche deutsche Region offiziell kandidiert – Hamburg, München, Berlin oder eben Köln/Rhein/Ruhr.
Die Karten liegen offen: Aachen besitzt die Arena, das Publikum und jetzt auch das Gesicht von Werth. Der Rest ist Politik – und die hat noch nie nein gesagt, wenn ein olympisches Goldstück auf dem Silbertablett serviert wird.
