Werner zaubert san jose zum sieg – und bruce arena schwärmt

Ein Flugball, ein Kontakt, ein Tor – und plötzlich liegt Philadelphia am Boden. Timo Werner schlug in der 59. Minute den Ball so präzise in den Lauf von Ousseni Bouda, dass selbst die Union-Defensive applaudieren hätte können. Das 1:0 war gleichzeitig das 3:0 im Saisonfaktencheck: San Jose Earthquakes gewinnen auch ihr drittes MLS-Spiel und führen die Western Conference mit neun Punkten an.

Arena zieht die superlative raus

Trainer Bruce Arena hatte nach Abpfiff die Kriegskasse geöffnet: „Timo ist in drei Wochen von Ersatzmann zu Führungsspieler mutiert.“ Die Lobeshymne endete nicht dort. „Wenn seine Lungenkapazität auf MLS-Niveau kommt, wird er nicht nur Vorlagen geben, sondern Tore schießen wie ein Sturmgewehr.“ Für Werner war es die erste Scorerbeteiligung nach seinem Wechsel vom RB Leipzig, bei dem er sich zuletzt mit muskulären Problemen herumärgerte. Gegen Philadelphia spielte er 45 Minuten, sprintete 32-mal und leitete damit die nächste Offensive ein.

Die Earthquakes wirken wie ein Uhrwerk, dessen feinste Schraube eben erst angekommen ist. Mit Werner, dem Ex-Bundesliga-Torjäger, besitzen sie nun eine zweite Anspielstation neben Cristian Espinoza. Die Liga beginnt, sich zu fragen, wer diesen Zug noch stoppen kann.

Müller gewinnt, reus kassiert

Müller gewinnt, reus kassiert

Während Werner jubelt, rückt Vancouver dank eines 4:1-Sieges in Portland ebenfalls auf drei Siege. Thomas Müller spielte durch, blieb ohne Tor oder Vorlage, aber seine Grätschenstatistik (7 gewonnene Zweikämpfe) zeigt, dass der 36-Jährige das Mittelfeld weiterhin dominiert wie ein Schachspieler auf Speed.

Anders sieht es bei Marco Reus aus. LA Galaxy kassierte in Colorado eine 1:4-Klatsche und bleibt bei vier Punkten stehen. Reus traf den Pfosten, verlor aber 18 von 25 Dribblings – Statistiken, die seine Stimmung auf dem Flug nach Hause nicht heben werden. Trainer Greg Vanney sprach von „Kinderkrankheiten“, doch die Galaxie droht, sich schon im März von der Spitzengruppe zu verabschieden.

Die MLS schreibt ihre Geschichten schneller als ein Twitter-Algorithmus. In San Jose steht Werner plötzlich im Rampenlicht, in Vancouver lacht Müller, in Los Angeles schluckt Reus. Nach drei Spieltagen ist klar: Die deutschen Legionäre sind kein Schmuck, sondern Schaltstellen – und wer sie bedient, bestimmt über Sieg oder Niederlage.