Werner schlägt müller – deutsche mls-stars liefern sich joker-duell

Timo Werner hat Thomas Müller in der MLS die erste Niederlage eingebrockt. San Jose Earthquakes siegten mit 1:0 bei Vancouver Whitecaps – und schickten den Vizemeister aus der Spitzenposition der Western Conference.

Kurz vor der pause fiel das urteil

Beau Leroux traf in der zweiten Minute der Nachspielzeit der ersten Halbzeit. Ein Treffer, der reichte, um Müllers Whitecaps aus der Erfolgsserie zu werfen. Vier Siege zum Saisonstart – dann kam San Jose. Die Earthquakes selbst hatten zuvor nur einen Punkt aus drei Spielen geholt und lagen im Tableau hinten. Nun klettert das Team von Timo Werner auf Rang neun, während Vancouver auf Platz zwei zurückfällt.

Beide deutschen Nationalspieler blieben zunächst auf der Bank. Müller kam zur zweiten Halbzeit, Werner in der 54. Minute. Der ehemalige Bundesliga-Profi Sebastian Schonlau stand nicht im Kader. Für Vancouver war es die erste Pleite nach 360 Minuten ohne Gegentor. Die Serie riss – und mit ihr die Tabellenführung. Los Angeles FC nutzte die Gunst der Stunde und übernahm dank eines 2:0-Siegs gegen Houston Dynamo die Spitze.

San jose spielt den störer

San jose spielt den störer

Die Earthquakes setzten früh Akzente. Hoch pressen, schnell umschalten – ein Konzept, das Vancouver sichtbar überraschte. Die Whitecaps hatten 62 Prozent Ballbesitz, doch San Jose gewann 56 Prozent der Zweikämpfe. Die Zahlen zeigen: Wer aggressiver ist, bestraft selbst formstarke Gegner. Trainer Luchi Gonzalez hatte seine Mannschaft gewarnt: „Wir müssen hungrig bleiben, auch nach vier Siegen.“ Die Warnung wurde nicht gehört.

Werner blieb nach seiner Einwechslung ohne nennenswerte Szene. Ein Schuss aus 18 Metern segelte über das Tor. Müller hatte mehr Ballkontakte, doch seine Hereingaben fanden keinen Abnehmer. Die Whitecaps schossen zwar 17 Mal, doch nur vier Versuche gingen aufs Tor. San Jose dagegen traf zweimal den Pfosten und konnte den Sieg sogar ausbauen.

Die tabelle lügt nicht

Die tabelle lügt nicht

Nach fünf Spieltagen haben die Whitecaps zwölf Punkte. Klingt gut, doch die Konkurrenz schläft nicht. LA FC folgt mit elf Zählern und einem Spiel weniger. Die Saison ist lang, aber die erste Niederlage wirft Fragen auf: Wie reagiert die jungen Mannschaft auf Rückschläge? Müller wird als Führungsspieler gefragt sein. Werner kann bei San Jose seine Erfahrung einbringen – und sich so einen Stammplatz erkämpfen.

Für die Deutschen wird es eng. Die MLS kennt kein Mittelmaß. Entweder man gewinnt – oder man fliegt aus den Playoff-Rängen. Das 0:1 in Vancouver war mehr als ein Warnschuss. Es war ein Reminder: Jeder Punkt muss hart erkämpft werden. Selbst nach einem perfekten Saisonstart.