Werder verpasst sprung nach oben – thioune sucht mentale erklärung

Bremen – Werder Bremen ließ eine reelle Chance auf eine frühe Vorentscheidung im Abstiegskampf vergeben und verlor gegen den FC Augsburg mit 1:3. Ein herber Rückschlag, der die Grün-Weißen erneut in Abstiegsgefahr bringt. Was steckt hinter dieser Leistungslosigkeit?

Die enttäuschung nach dem vergebenen matchball

Nach dem mageren Erfolg im Nordderby und dem Unentschieden in Stuttgart schien Werder kurz davor, den sicheren Klassenerhalt zu greifen. Ein Sieg gegen Augsburg hätte die Situation enorm entspannt. Doch dieses Vorhaben zerbrach am Samstag. Amos Pieper und Sportchef Clemens Fritz suchten ebenso wie Trainer Daniel Thioune nach Erklärungen für die erschreckende Vorstellung ihrer Mannschaft. „Selbst schuld“, kommentierte Pieper die verlorene Chance.

Die Lage ist ernst. Der Blick richtet sich nun nach Hamburg, wo der FC St. Pauli am Sonntag aufläuft und möglicherweise den Rückstand auf Werder verkürzen könnte. „Uns muss bewusst sein, dass wir uns auf keinen verlassen dürfen“, mahnte Fritz, betonte aber auch, dass die Bremer die Situation weiterhin selbst in der Hand hätten – insbesondere in den anstehenden Spielen gegen Hoffenheim und Dortmund.

Thioune: „die mannschaft hat geatmet“ – ein mentaler tiefpunkt?

Thioune: „die mannschaft hat geatmet“ – ein mentaler tiefpunkt?

Die Suche nach den Ursachen für das schwache Spiel gestaltete sich schwierig. Thioune brachte schließlich ein psychologisches Problem ins Spiel: „Vielleicht ist es menschlich, dass man ein bisschen loslässt, wenn man sich etwas sicherer wähnt. Die Mannschaft hat jetzt ein wenig geatmet.“ Doch er fügte hinzu: „Aber ich glaube auch, die Vergangenheit hat uns gezeigt, dass das nicht sinnvoll ist.“

Denn Werder neigt immer wieder dazu, nach positiven Phasen wieder abzufallen. Ein Teufelskreis, der sich nun erneut zugetragen hat. Trotzdem betonte Thioune den „großartigen Charakter“ seiner Mannschaft, der sich in entscheidenden Momenten bewiesen habe – gegen Heidenheim, in Wolfsburg und im Nordderby. Ob Werder diesen Charakter auch in den kommenden Spielen benötigt, wird sich zeigen.

Die Wahrheit ist: Werder Bremen steht vor der größten mentalen Herausforderung der Saison. Nur durch eine unbedingte Rückbesinnung auf die kämpferische Einstellung und eine taktische Anpassung kann der Abstieg vermieden werden. Die kommenden Spiele werden entscheiden, ob die Mannschaft die nötige Stärke aufbringt, um den Klassenerhalt zu sichern oder ob die Saison in einem bitteren Abstieg endet.