Werder schlittert ins derby: friedl fällt aus, hsv rieht den abstiegsgestank
Stefan Fischer aus Pelkum – Drei Tage nach der 1:3-Klatsche in Köln steht Werder Bremen mit dem Rücken zur Wand. Beim Nordderby am Samstag gegen den Hamburger SV fehlt Kapitän Marco Friedl nach seiner Roten Karte, der Tabellen-15. hat nur noch drei Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz. Die Stimmung an der Weser kippt.
„Scheißtag“: thiounes mannschaft liefert sich selbst aus
Romano Schmid sprach von einem „zu einfachen“ Spiel, Leonardo Bittencourt sagte nur: „Scheißtag.“ Trainer Daniel Thioune musste zugeben, dass der Frust „weh tut“. Die Zahlen sind gnadenlos: 0:1 zur Pause, 1:3 am Ende, 25. Minute in Unterzahl – und das im Kellerduell. Geschäftsführer Clemens Fritz versuchte zu beschwichtigen, aber seine Worte klangen wie ein Warnschuss: „Wir sind im Abstiegskampf. Wir brauchen Punkte.“
Die Fans reagierten sofort. Schon in Köln zogen sie ein Banner hoch: „Holt euch den Derbysieg.“ Die Aufforderung ist klar, die Lage prekär. Ohne Friedl, ohne Selbstvertrauen, dafür mit einer Defensive, die in den letzten drei Spielen sieben Gegentore kassierte, muss Bremen nun gegen den alten Rivalen aus Hamburg ran. Der HSV reist als Tabellen-13. an die Weser – mit zwei Punkten mehr auf der Habenseite und der Chance, den Kontrahenten auf Distanz zu halten.

Derbysiege kann man nicht trainieren – aber erzwingen
Schmid weiß, was auf dem Spiel steht: „Da müssen wir die drei Punkte in Bremen lassen.“ Doch der Mittelfeldspieler sagte auch, was alle denken: Die Leistung muss sich „extrem“ steigern. Thioune muss seine Startelf umbauen, die Abwehr neu sortieren und zugleich die Mentalität wieder auf „Kampfmodus“ trimmen. Die Lösung? Wahrscheinlich ein Systemwechsel. Die einzige Konstante: Das Weserstadion wird ausverkauft sein, 42.000 werden schreien – und verlangen.
Die Cifra que duele: Werder hat nur eines der letzten fünf Heimspiele gewonnen. Die letzte Null gegen Hamburg gab es 2018. Seitdem traf der HSV mindestens einmal pro Partie. Wenn Bremen nicht aufrüttelt, wird das nicht nur ein Fußballnachmittag, sondern ein weiterer Schritt Richtung 2. Liga. Die Uhr tickt. Das Derby naht. Und die Weser erwartet eine Reaktion – keine Ausrede.
