Werder bremen steht mit dem rücken zur wand: weiser als joker, aber die abwehr bröckelt

Die Uhr tickt. Während Werder Bremen am Samstag in Wolfsburg um Luft im Abstiegskampf ringt, läuft Mitchell Weiser durch die Rehabilitations-Halle – noch kein Spieler, aber schon wieder Hoffnung. Der 31-Jährige, seit August außer Gefecht, könnte die letzte Trumpfkarte werden. Doch die Defensive wackelt bereits jetzt.

Stark und lynen fallen erneut aus – die kette droht zu reißen

Niklas Stark spült sich seit Wochen mit Muskelproblemen, Senne Lynen zwickt der Adduktorensehnen-Alarm. Beide fehlten beim 0:2 gegen Mainz und werden in Wolfsburg wohl ebenfalls passen. Ohne sie wirkt die Viererkette wie ein Zelt ohne Heringe. Julian Malatini, eigentlich Notnagel, fehlt nun selbst langfristig. Maximilian Wöber trainiert individuell, Amos Pieper läuft noch mit Naht an der Kniekappe. Karim Coulibaly kehrte zwar ins Mannschaftstraining zurück, doch ein Einsatz am Samstag gilt als offen.

Trainer Daniel Thioune spricht von „dem größten Risiko“: zu viel Euphorie nach kleinen Fortschritten. Er weiß, dass Werder ohne Stark und Lynen nur 0,96 Punkte pro Spiel holt – mit beiden 1,6. Die Statistik ist lauter als alle Beruhigungsversuche.

Weisers zeitplan: spätestens april, vielleicht schon märz

Weisers zeitplan: spätestens april, vielleicht schon märz

Mitchell Weiser selbst wirkt ungeduldig. „Die letzte Woche war die erste, in der ich mich wieder wie ein Profisportler gefühlt habe“, sagt er. Der interne Kalender markiert Ende April als realistisches Comeback – drei Spiele vor Saisonende. Thioune hält sich bedeckt: „Wünschenswert ist eine Rückkehr so zeitig wie möglich.“ Der Vertrag des Außenverteidigers läuft im Sommer aus. Eine Verlängerung steht auf dem Spielplan, die Entscheidung aber an der Bundesliga-Tabelle gekoppelt.

Ohne Weiser hat Werder in dieser Saison nur 24 Prozent der Duelle auf der rechten Seite gewonnen – mit ihm waren es 38 Prozent in der Vorsaison. Die Zahl nagelt seinen Wert an die Wand.

Sturm ohne dampf: milosevic fehlt, stage gesperrt

Sturm ohne dampf: milosevic fehlt, stage gesperrt

Vorne wird es ebenfalls dünn. Jovan Milosevic laboriert an Rückenproblemen, Jens Stage sitzt wegen fünfter Gelber Karte in Wolfsburg in der Tribünen-Kabine. Werders bester Torschütze bleibt der 24-jährige Mittelfeldspieler mit fünf Treffern – ein Indiz für die Offensiv-Schwäche. Ohne Stage fielen in dieser Saison nur zwei der 18 Werder-Tore.

Am Samstag droht das nächste Experiment: ein gestrandeter Sturm vor einer provisorischen Abwehr. Die Relegation rückt näher, die Uhr tickt lauter.

Werder Bremen spielt nicht nur gegen Wolfsburg, sondern auch gegen die Zeit. Und die Zeit spielt nicht mit.