Warriors retten sich mit euro-league-aussteiger yurtseven aus der krise

Die Golden State Warriors haben ihren nächsten Notnagel gefunden: Ömer Yurtseven, vor zwei Monaten in Athen ausrangiert, soll im Oracle Arena das Rad wieder in die Spur drehen. Ein Zehn-Tage-Vertrag, ein türkischer Nationalspieler, ein Kader, der aussieht wie ein Krankenzimmer.

Yurtseven schlägt zurück – diesmal in san francisco

Yurtseven schlägt zurück – diesmal in san francisco

Der 27-Jährige landete nach seiner Demontage bei Panathinaikos in der G-League, schraubte dort in drei Spielen durchschnittlich 24 Punkte und 13 Rebounds aufs Statistikblatt. Die Warriors schauten hin und sahen sich selbst: ohne Curry seit Wochen, ohne Green, ohne Porzingis, ohne Konzept. Die Konsequenz war ein Anruf, ein Flug, ein Vertrag. Ende der Geschichte? Noch nicht.

Yurtseven war nie ein Glanzlicht in der NBA, aber ein verlässlicher Arbeiter: 113 Spiele, 5,0 Punkte, 4,6 Rebounds in zwölf Minuten. Keine Zahlen, die Rekorde sprengen, doch in Oakland zählt jetzt jeder Körper, der springen kann. Die West-Conference-Tabelle ist ein Spiegelbild der Verletztenliste: Platz elf, 36 Niederlagen, Saison halbwegs im freien Fall.

Die Ironie: Vor zwei Jahren noch feierten die Warriors den Titel, heute hoffen sie auf einen Mann, den Athen für überflüssig hielt. Kenneth Faried und Richaun Holmes hatten Yurtseven in Griechenland verdrängt; in Kalifornien könnte er derjenige sein, der zwei Ex-NBA-Starter überholt. Das Basketball-Geschäft ist manchmal ein Karussell, das sich dreht, bis die Kopfschmerzen nachlassen.

Cheftrainer Steve Kerr sprach von „notwendiger Größe“, von „second-chance energy“. Gemeint ist: Wir probieren alles. Die G-League-Zahlen sind dabei ein Trostpflaster, kein Garant. 36 Punkte gegen Rio Grande klingen nach Video-Spiel, aber in der NBA stehen längere Verteidiger, schnellere Switch-Systeme, ein Tempo, das Knöchel zerlegt. Yurtseven muss in zehn Tagen beweisen, dass seine Ellbogen nicht nur Euroleague-Hart sind.

Die Uhr tickt. Die Playoffs rücken, die Konkurrenz gewinnt. Curry schwitzt im Fitnessraum, Green schaltet Podcasts, die Frontoffice-Chefs schieben Verträge hin und her. Am Ende steht ein simpler Satz: Entweder Yurtseven liefert Double-Doubles, oder die Saison wird zum Dauertest. San Francisco traut sich kaum noch hinzuschauen – aber vielleicht genau deshalb lohnt der Blick.