Wagner rastet aus: 14 spiele sperre nach horror-foul im play-off

Die Scheibe war längst weg, als Fabio Wagner am Dienstagabend mit voller Wucht in den Kopf von Edwin Tropmann raste. Die 57. Minute des Viertelfinal-Spiels zwischen ERC Ingolstadt und EHC Red Bull München war gespielt – doch für den 20-jährigen Stürmer der Schanzer war die Saison mit einem Schlag vorbei. Kopf- und Nackenverletzung, Klinikaufenthalt, Ausfall unbestimmt.

Die tat: kein spielziel, nur frust

Die Bilder gingen durch die Liga wie ein Shockwave. Wagner, bis Sommer noch Ingolstädter, checkt seinen einstigen Teamkollegen frontal, ohne jede Chance auf den Puck. Helm fliegt, Tropmann liegt bewegungslos. 125 Strafminuten für München, 14 Spiele Sperre für Wagner – bis einschließlich 8. Mai. Damit ist der Verteidiger für den Rest der Play-offs außer Gefecht.

Die Begründung des DEL-Disziplinarausschusses ist unmissverständlich: „extrem rücksichtslos, ohne spieltaktischen Zweck, Kopf- und Nackenbereich als Haupterfolgspunkt“. Für Klaus Schäfer, langjähriger Beobachter der Liga, ist das Foul ein Tiefpunkt: „So etwas gehört nicht aufs Eis. Das ist kein Hockey, das ist Rohheit pur.“

Die reaktion: entsetzen auf beiden seiten

Die reaktion: entsetzen auf beiden seiten

Ingolstadts Sportdirektor Tim Regan schüttelt den Kopf: „Verstehen kann ich das nicht. Frustration hin oder her – so weit darf keiner gehen.“ Auch Münchens Manager Christian Winkler distanziert sich: „Fabio ist kein Hooligan. Aber die Emotionen haben ihn überrollt.“ Die Spieler beider Teams verweigern Interviews. Die Stimmung in den Kabinen ist auf dem Nullpunkt.

Wagner selbst bricht das Schweigen via Instagram: „Es tut mir aufrichtig leid. Ich trage die volle Verantwortung.“ Die Worte klingen hohl, solange Tropmann noch auf der Intensivstation liegt.

Die serie: 2:2, aber die wunden bleiben

Die serie: 2:2, aber die wunden bleiben

Sportlich gleichen die Schanzer die Best-of-seven-Serie aus, doch der Sieg schmeckt nicht. „Wir wollten eine Antwort zeigen – das haben wir“, sagt Regan. Doch die Frage, die durch die Gänge schallt, lautet: Welchen Preis zahlt der Sport, wenn Fairness am blauen Strich endet?

Spiel fünf steigt am Donnerstag in München. Die Scheibe rollt weiter, doch Edwin Tropmann wird fehlen. Und Fabio Wagner sitzt daheim – mit 14 Spielen Zeit, über seine Zukunft nachzudenken.